Romy Fölck / Totenweg

by Manuela Hofstätter on 26. April 2018

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Kriminalhauptkommissar Haverkorn ist älter geworden, dass er in jungen Jahren seinen ersten Mordfall nicht gelöst bekommen hat, hat ihm sein Leben lang keine Ruhe gelassen. Er hat Schmerzen im Rücken und seine Ehe ist in einer Sackgasse, seine Frau leidet unter Depressionen. Ein junges Mädchen, die schöne Marit war brutal ermordet worden damals, im alten Viehstall, welcher bis heute leer steht und für die Kinder ein Ort für Mutproben geworden ist. In Itzehoe ist irgendwann mal wieder Ruhe eingekehrt, nicht so in Haverkorns Herz, die Akten von damals hat er immer noch und er erinnert sich noch gut an die beste Freundin des Opfers von damals, die Frida Paulsen, ein wildes Mädchen, stürzte nach dem Tod von Marit beinahe ab, verkehrte in üblen Kreisen, doch dann gaben die Eltern sie ins Internat. Er hat Frida nicht mehr gesehen, doch er ist sich bis heute sicher, das Mädchen von damals hatte ihm etwas verschwiegen. Dann bekommt Haverkorn einen neuen Fall, ausgerechnet Fridas Vater wurde kaltblütig niedergeschlagen und liegt im Koma, schwebt in Lebensgefahr. Als die junge Polizistin Frida vom Unfall ihres Vaters vernimmt, weiss sie, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo sie doch heimkehren muss aufs Land in ihr Heimatdorf. Frida ist schockiert, als sie auf ihre geschwächte Mutter trifft und den heruntergekommenen Hof. Die polnischen Erntehelfer haben ihr Geld nicht bekommen und drohen den Hof zu verlassen, dabei steht nun die wichtige Apfelernte an, die dringend Einnahmen bringen muss, weil der Hof sonst wirklich nicht mehr zu retten ist. Frida beschliesst Urlaub zu nehmen und ihren Eltern beizustehen, sie muss sich der Vergangenheit stellen. Auf ihrer Joggingrunde am Morgen stellt sie sich dem Ort des Grauens, sie geht in den Viehstall am Totenweg, dort wo Marit ihr Leben verloren hat, die Schuld lastet schwer auf Frida, denn sie kennt den Täter von damals. Das Leben und die Arbeit auf dem Hof sind für Frida nicht einfach. Die Erinnerungen, welche die Deiche, die Marsch und die Reetdachhäuser wieder aufwirbeln, tun weh und machen Frida Angst, so auch die Begegnung mit Jesper, ihrem besten Freund von damals. Jesper, Marit und Frida, sie waren ein verschworenes Trio, keiner konnte da mithalten, Jesper ist mittlerweile stolzer Hofbesitzer, Ehemann und Vater geworden, er freut sich Frida zu sehen und versucht ihr nach Kräften zu helfen. Haverkorn sieht seine grosse Chance, vielleicht kann er ja jetzt mit Frida sprechen und staunt nicht schlecht, als er erfährt, dass sie inzwischen gar Kollegen geworden sind. Es sind viele Geheimnisse, die in Itzehoe unter den Menschen verborgen geblieben sind, ein Fremder ist zugezogen und kauft den Bauern alles Land weg, das er kriegen kann, er hat das auch bei Fridas Eltern versucht und scheint skrupellos zu sein. Doch Fridas Vater hat auch mit seinem engsten Freund und Hofarbeiter gebrochen kurz vor dem Überfall. Frida hofft so sehr, dass ihr Vater bald aufwacht, sie muss mit ihm sprechen. Dann macht Frida eine schreckliche Entdeckung, die Angst kriecht ihr noch stärker in alle Knochen und dann verschwindet im Dorf erneut ein Mädchen, eines, das Marit sehr ähnlich ist.

Fazit: Norddeutschland, ein alter Hauptkommissar und eine junge Polizistin …
… das sind die Hauptzutaten in diesem neuen Kriminalroman, der eine Serie wird mit den Ermittlern Bjarne Haverkorn und Frida Paulsen. Ich mag natürlich den Handlungsort, aber ich fand diesen Fall auch absolut hochspannend! Haverkorn als alter Hase in seinem Job wächst einem sofort ans Herz, er ist menschlich, greifbar, Frida hat eine bewegte Geschichte und diese holt sie erbarmungslos ein, während sie doch vor wichtigen Prüfungen und einer glänzenden Karriere steht. Ein heisser Krimitipp, ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und habe die Leseprobe zum nächsten Fall der beiden gelesen und kann es kaum erwarten, den beiden wieder zu begegnen!

Meine Wertung: 8/10

Romy Fölck / Totenweg
Verlag: Lübbe, Seiten: 388

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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