Sabrina Janesch / Die goldene Stadt

by Manuela Hofstätter on 15. Dezember 2017

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Uerdingen im Jahr 1842, ein kleiner Junge wächst heran, am Rhein wäscht Augusto Berns Gold und träumt schon als Kind vom grossen Abenteuer und der Goldsuche. Dann stirbt Augustos Vater und ein Umzug nach Berlin steht an, das Leben hat sich verändert, Augusto muss schon hart arbeiten, er gilt als hochbegabter Schüler und glühender Verehrer Alexander Humboldts, welchen er sogar einmal unter abenteuerlichen Umständen in dessen Haus erreicht und ihm Fragen stellt zu Peru und der Suche nach der goldenen Stadt. Humboldt hat Augusto geraten, sich Peru und das Gold aus dem Kopf zu schlagen und sich auf seine Ingenieurskunst zu besinnen, das Eisenbahnnetz blüht auf, dort braucht es Leute. Aber Augusto macht sich auf und davon, heimlich gelangt er auf des Segelschiff Concorde und meistert die beschwerliche, lange Reise. In Peru angekommen kann er sich beim Militär verdingen und so Fuss fassen, 1866 kleidet er schon einen höheren Rang im Spanisch- Südamerikanischen Krieg. Später verdient Berns Geld als Ingenieur bei der Eisenbahn und hat sich mit dem Geschäftsmann Harry S. Singer zusammengetan. Sie schlagen sich gemeinsam durch den Dschungel, lieben beide Peru und verfolgen dieselben Ziele. Tatsächlich ist Augusto Berns ein gern gesehener Mann in Peru, ein Held gar. Als solcher und Freund des Präsidenten darf er, als er die legendäre Stadt der Inkas endlich findet, diese hochoffiziell plündern. Das Unternehmen “Huacas del Inka” wird 1887 gegründet, doch Berns verschwindet kurze Zeit später mit dem Geld der Aktionäre und es wird plötzlich von Betrug gesprochen. Hiram Bingham ist 1911 mit einer Expedition in Peru unterwegs, er und sein Team müssen sich mit den Bedingungen in Peru anfreunden, da begegnet Hiram einem alten, weissen Mann, der perfekt Spanisch spricht und zuerst Bingham keine Auskunft geben will, wer er ist. Doch dann zuckt ein Lächeln über das Gesicht des Alten, er grüsst die Wissenschaftler verschmitzt und nennt seinen Namen. Ich bin Augusto Rudolfo Berns und um Ihre Frage zu beantworten, ja, ich bin schon fast mein ganzes Leben lang hier in Peru.

Fazit: Die Welt hat noch Geheimnisse, ein Entdecker wird entdeckt!
Sabrina Janesch las im Jahr 2012 in der Süddeutschen Zeitung einen Artikel, der aufzeigte, ein Deutscher habe die legendäre Inkastadt Machu Picchu entdeckt und dies 40 Jahre früher, als es bis heute angenommen wird. Hiram Bingham war bis anhin als Entdecker, der im Jahr 1911 Machu Picchu fand, der gefeierte Wissenschaftler. Frau Janesch recherchierte lange Jahre, tauschte sich mit den Historikern aus, reiste erneut nach Peru und füllte die Lücken in der Geschichtsschreibung auf. Ihre Faszination für den Ingenieur, Artillerist, Vermesser, Unternehmer, Entdecker und Schatzjäger Augusto R. Berns war längst zum Romanprojekt geworden. “Die goldene Stadt” ist ein grandioser Roman über Peru, die Inkas, die Jagd nach dem Gold und Reichtum, ein faszinierendes 19. Jahrhundert und ein beeindruckendes Beispiel, wie Literatur Neues entdecken und Fehlendes erschaffen kann. Einen Volltreffer nenne ich einen solchen Roman!

Meine Wertung: 9/10

Sabrina Janesch / Die goldene Stadt
Verlag: Rowohlt, Seiten: 528

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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