Sahar Delijani / Kinder des Jacarandabaums

by Manuela Hofstätter on 24. März 2014

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Geboren im Gefängnis. Voller Hoffnung drückt eine Mutter ihr Baby an ihr Herz, zählt die Tage, welche man ihr mit ihrer kleinen Tochter gönnt, im Evin-Gefängnis in Teheran. Aber der Tag kommt viel früher, als dass es ein Mutterherz verkraften kann, dabei muss die Mutter noch froh sein, immerhin hat sie sogar das grosse Glück im Unglück, ihre Tochter kommt zu ihren Eltern, die Kleine darf bei ihren Grosseltern aufwachsen. Neda wächst heran mit vielen anderen Kindern, im grossen Haus mit dem Jacarandabaum, bald einmal ist es das Haus, in welchem die Frauen die Herrschaft innehalten. Aber auch Nedas Kindheit ist geprägt von Angst, niemals kann sie sorglos durch die Strassen ihrer Stadt gehen, jedes Wort muss bedacht sein, trauen darf man niemandem. Beide Eltern Nedas kämpften für einen freien Iran, den Vater hat sie kaum gekannt, er wurde hingerichtet. Ihre Mutter ist freigekommen und hat versucht, für Neda im Ausland Sicherheit zu suchen. Aber auch Neda ist ein Kind der Heimat, sie will die Geschichte ihrer Eltern und ihrer Verwandtschaft verstehen, will die Wahrheit vernehmen, auch wenn sie fast daran zerbricht. Doch die Liebe, sei es zur Heimat, sei es zu einem geliebten Menschen, sie vermag so manch Schlimmes erträglich werden lassen. Der Verlust der geliebten Grossmutter, welche für viele Kinder eine Mutter, eine Lebensbegleiterin war, reisst eine grosse Trauerwelle los, bringt aber auch Menschen zueinander. Schliesslich siegt die Liebe gar über die Vergangenheit der Geschichte, eine neue junge Generation kann nach vorne schauen, auch wenn das Vergangene sich unvergesslich in ihren Herzen verankert hat.

Sahar Delijani / Kinder des Jacarandabaums

Fazit: «Wenn der Tod sich einstellt, schleicht sich die Kindheit davon.»
Sahar Delijani erzählt diese berührende Geschichte, weil sie von ihrer eigenen Familiengeschichte inspiriert wurde. Sie wurde auch im Evin-Gefängnis in Teheran geboren und wuchs bei ihren Grosseltern auf. «Kinder des Jacarandabaums» ist eine sehr persönliche, in weiten Teilen wahre Geschichte, aber nebst der erschütternden Geschichte mehrerer Generationen im Iran, versteht es die Autorin einfach absolut betörend zu schreiben, es ist einfach auch ein wunderschönes Buch, ein Buch voller Hoffnung! Wenn Delijani erzählt, helfen Tränen und Liebe an eine neue Zukunft zu glauben!

Meine Wertung: 9/10

Sahar Delijani / Kinder des Jacarandabaums
Verlag: Droemer, Seiten: 315

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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