Sara Gruen / Die Frau am See

by Manuela Hofstätter on 18. November 2015

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Es herrscht Krieg, als Maddie mit Ihrem Ehemann und dessen bestem Freund Hank 1945 in einer gefährlichen Überfahrt auf dem Meer ihre Heimat Amerika verlassen um in einem abgelegenen schottischen Dorf unterzukommen. Es ist ein Glück, sind sie lebend von Bord gegangen, Schottland aber zeigt sich roh und kalt, die Menschen leiden, haben zu wenig Nahrungsmittel und die Männer sind fast alle im Krieg. In der Pension, in welcher sie untergebracht sind, bleibt Maddie tagelang alleine zurück, langweilt sich und sie beginnt, über ihr Leben und ihre Ehe nachzudenken. Ellis und Hank jagen ihrer Mission nach und begeben sich auf Exkursionen immer auf den Spuren des Seeungeheuers Nessie. Ellis Vater jagte schon diesem Tier nach und verlor dabei seine Ehre, Ellis will diese wieder herstellen oder vielmehr seine Eltern und Geldgeber wieder einmal besänftigen, denn diese haben ihm den Geldhahn schon etwas knapper eingestellt. Ellis ist nicht nur ein tablettensüchtiger Alkoholiker, nein, er hat noch ganz andere Geheimnisse, welche er gut zu verstecken weiss. Maddie beginnt sich in der Pension nützlich zu machen, natürlich nur heimlich, sie weiss, Ellis würde ausrasten, wenn er sie putzen sähe. Doch die beiden Mägde und der Wirt der Pension, der stille, kräftige und besonnene Angus beginnen Maddies Herz zu erobern. Maddie empfindet bald eine tiefe Freundschaft zu den Frauen und ein noch weitaus stärkeres Gefühl für Angus. Angus hat der Krieg wie das Schicksal bereits hart geprägt, aber er ist ein starker und redlicher Mann. Während Ellis bemerkt, dass Maddie zu viel über ihn herausgefunden hat, schmiedet er einen hinterhältigen Plan. Doch Schottland, der See und die Menschen, die dort leben, machen diesem Plan einen Strich durch die Rechnung. Doch Ellis ist ein gefährlicher Mann und er ist zum äussersten bereit.

Sara Gruen / Die Frau am See

Fazit: Schottland pur, wild, roh, aber nicht zu unterschätzen!
Es ist ein herrliches Gefühl am Ufer des Lochs zu sein in diesem Roman, Urquhart Castle und Nessie im Jahr 1945, selbst in den Kriegswirren wollten vernarrte Abenteurer noch die Ersten sein, welche die Echtheit des Seeungeheuers beweisen konnten. So auch Ellis, Maddies Ehemann und ein unberechenbarer Geselle. Aber Maddie hat Freunde gefunden, und als die eine der jungen Mägde von ihrem Freund fast zu Tode geprügelt wird, sitzt Maddie tage- und nächtelang an deren Bett um sie gesund zu pflegen, gemeinsam mit Angus. Die Liebesgeschichte, die sich hier anbahnt, ist herrlich und stark, ein Buch für Schlechtwettertage und gegen schlechte Laune. Wir lesen, wir leiden, wir hoffen und wir werden belohnt, nicht nur von der Magie Schottlands. Sara Gruen hat mich schon mit “Wasser für die Elefanten” tief berührt.

Meine Wertung: 7/10

Sara Gruen / Die Frau am See
Verlag: Kindler, Seiten: 439

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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{ 1 comment… read it below or add one }

1 Ramona November 22, 2015 um 11:48 Uhr

Liebe Manuela,

durch das schöne Cover habe ich das Buch auch schon ins Auge gefasst… :)
Danke, für deine schöne Rezension!

Liebe Grüße,
Ramona

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