Sibylle Berg / Der Tag als meine Frau einen Mann fand

by Manuela Hofstätter on 15. Februar 2015

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Chloe und Rasmus sind ein eingespieltes Ehepaar, das allein ist schon irgendwie eine traurige Angelegenheit, oder nicht? Chloe arbeitet in einem Buchladen, Rasmus ist gescheiterter Theaterregisseur. Der grosse Ruhm ist nicht über ihn gekommen und manchmal erkennt er sein eigenes Mittelmass. Das Paar lebt in einer Wohnung, in welcher auch Lumi, die Mutter von Rasmus ein- und ausgeht, die alternde Finnin ist Bestandteil im Leben von Chloe und Rasmus, allerdings nicht unbedingt ein guter. Jetzt aber sind Chloe und Rasmus verreist, weit weg im Entwicklungsland will Rasmus erneut daran glauben, Leuten ohne jegliche Perspektive will er mit seinem Theaterprojekt wieder Inhalt, ja gar Halt in ihrem Leben vermitteln. Es läuft gründlich schief, die Leute wollen nur Alkohol von Rasmus und wo steckt eigentlich Chloe? Sie ist doch stets da, um ihn aufzufangen, wenn er einmal mehr in den Abgrund stürzt. Chloe steckt beim Masseur, zu welchem sie und Rasmus zweimal gegangen sind. Rasmus war allerdings bei der Frau mit den grossen Füssen, welche sich dann als die Freundin von Benny dem Masseur herausgestellt hat. Nun, Rasmus und Chloe reisen heim, es könnte alles seinen gewohnten Gang nehmen, wenn nicht Chloe jede Sekunde an eben diesen Benny denken müsste, den jungen, straffen Körper, den ersten Mann, der ihr den besten Sex ihres Lebens gebracht hat. Benny reist an, Rasmus knallt zwar seinen Kopf gegen die Wand, bis dieser blutet, aber er duldet den Liebhaber seiner Frau in der gemeinsamen Wohnung. Rasmus denkt sich, dass er das nur aussitzen muss, diesen spät pubertierenden Ausbruch seiner Frau, vielleicht könnte man es auch Midlife-Crisis nennen. Rasmus ist sich auch bewusst, Sex war nie etwas, das in seiner Ehe gut lief. Aber Benny vermag nicht nur Chloe in eine sexerfüllte Zeit mitreissen, nein, er hat echt was auf dem Kasten diesbezüglich. Wie wird das enden? Eine saufende, fickende Ménage-à-trois? Was wird wohl die Liebe dazu sagen?

Sibylle Berg / Der Tag als meine Frau einen Mann fand

Fazit: Ü40, Cellulite, schlaffe Glieder, Sex und Liebe!
Lesen Sie auf keinen Fall dieses Buch! Es ist pervers, pornografisch, einfach abscheulich und leider verbergen sich darin so schrecklich viele, unerträgliche Wahrheiten. Sie lesen es doch? Dann wünsche ich ihnen viel Kraft, diese Berg zu erklimmen. Ich versichere Ihnen, Sie werden auch die grandiose Literatur finden, Sätze für die Ewigkeit und eine absolute Schönheit! So, ich habe Sie ehrlich gewarnt! Es ist immer so im Leben, Glück und Unglück liegen lediglich einen Wimpernschlag nebeneinander.

Meine Wertung: 8/10

Sibylle Berg / Der Tag als meine Frau einen Mann fand
Verlag: Hanser, Seiten: 254

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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