Silke Scheuermann / Die Häuser der anderen

by Manuela Hofstätter on 17. Oktober 2012

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Luisa ist zufrieden, sie ist eine erfolgreiche Kunsthistorikerin, liebt ihren Beruf und ihr Christian macht auch eine gute Figur als angehender Professor für Biologie, sie haben geheiratet uns sind mit einem Hund in ein schickes Viertel am Stadtrand gezogen. Luisa weiss genau was sie will im Leben, vorankommen und stolz darauf sein, und wenn Christian einmal etwas nicht einsehen will, hat sie ihre Geheimwaffe, welche immer zum Erfolg führt, sie muss nur sagen: “Aber das wünsche ich mir so sehr”. Jetzt freut sich Louisa auf Anna, die Tochter ihrer Schwester soll ein paar Ferientage bei ihnen verbringen, aber Anna ist so ganz anders, als sich das Louisa vorgestellt hat und es werden eigenartige Tage. Aber im Viertel gibt es auch noch ganz andere Geschichten, wie zum Beispiel die von Dorothee, sie hat ihren Mann verloren, er hatte einen Motorradunfall, jetzt wendet sich Dorothee völlig ab von der Gesellschaft und verkommt regelrecht, bloss noch ihre Hündin Kitty ist ihr wichtig. Als Luisa ausser sich vor Wut über einen Streit mit ihrem Mann plötzlich bei Dorothee landet, da nimmt die Geschichte ihren Lauf. Ebenfalls im Viertel lebt die Familie Traunstätt, sie stellen den richtigen Glamour des Viertels dar, sie Fernsehmoderatorin, er Star-Tierarzt, Besitzer zweier Möpse, leben sie hinter grossen Glasfronten im edlen Haus. Als der Sohn eine Eroberung macht, ahnt er nicht, dass damit ein Mutterherz wilde Hoffnung gefasst hat. Gaby ist überglücklich, sie gibt ihrer Tochter den Rat möglichst rasch schwanger zu werden, durch die Familie Traunstätt glaubt die Mutter am Ziel aller Träume, die man für sich und seine Tochter haben kann, angekommen zu sein. Im Viertel ist mächtig was los und keiner ahnt, was genau in den Häusern der anderen so abgeht.

Fazit: Was hinter den Mauern der Nachbarn wirklich so passiert.
Oft ertappe ich mich bei voyeuristischen Gedankengängen, wenn ich an anderen Häusern vorbei gehe, besonders wenn Licht hinter den Fenstern ist, rattert das Gedankenkarussell und immer holt mich sogleich der Spruch meiner Oma ein, dass man vor der eigenen Türe wischen soll. Aber Neugierde ist ja auch etwas Schönes und Silke Scheuermann lässt uns ein Viertel mit all seinen Bewohnern schonungslos unter die Lupe nehmen, was wir da so erfahren, ist äusserts beeindruckend und faszinierend. Ein gelungener Roman, der Neugierde stillt und ja, ich wische gerne wieder vor meiner eigenen Türe!

Meine Wertung: 8/10

Silke Scheuermann / Die Häuser der anderen
Verlag: Schöffling & Co., Seiten: 260

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter
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