Silke Schütze / Rosmarintage

by Manuela Hofstätter on 1. Juni 2016

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Max Engel weiss selber nicht mehr, wie er nur auf die dumme Idee kommen konnte, sich freiwillig in eine Seniorenresidenz zu begeben. Inzwischen nennt er das Heim “JVA Abendsonne” und ärgert sich über die Bezeichnung Gäste, wie man die Alten dort nennen soll. Gäste dürfen schliesslich auch wieder gehen, was aber nicht auf die Gäste in der Abendsonne zutrifft. Max muss dort weg! Er schmiedet einen Plan und weiss plötzlich ganz genau, was er tun will. So steigt Max beherzt und heimlich mit seinem Koffer und seinem Gehstock ins kleine Auto der Pflegerin Tamara Finke und als diese kurz darauf sichtlich verärgert und gehetzt in ihren Wagen steigt, starrt sie Max fassungslos an. Max hat gut recherchiert, mit wem er nach Südfrankreich reisen will; Tamara hat schon an seinem ersten Abend in der Residenz bewiesen, dass sie die Gäste nicht wie Kinder behandelt. Tamara hingegen hat es aus triftigen Gründen sehr eilig und so fährt das ungleiche Paar tatsächlich gemeinsam davon. Nach intensiven Gesprächen erfüllt sich der Wunsch von Max, Tamara hat nichts zu verlieren, zudem mag sie den rüstigen Alten mit seinen schönen blauen Augen, Südfrankreich klingt auch verheissungsvoll und so beschliesst sie, in ihrem Leben endlich einmal etwas Verrücktes zu tun. Max hat allerdings noch ein anderes Auto organisiert, Tamara staunt erneut, als die Göttin, ein in einem sagenhaften Blauton lackierter Oldtimer vorfährt, ein Citroën DS Baujahr 1970, dieser Wagen wird sie begleiten. Als Tamara auf den edlen Sitzpolstern Platz nimmt, muss sie sich eingestehen, diese Sache beginnt ihr Spass zu machen. Auf der Reise geraten sie bald an Johann, dieser ist nun deutlich der Jüngste und dazu bringt er neue Themen mit. Johann ernährt sich vegan, macht Yoga und kann nicht abstreiten, dass er dem Schicksal dankt für diesen glücklichen Zufall, zu diesen Reisenden gelangt zu sein. Die Reise lässt diese drei so unterschiedlichen Personen immer näher zusammenrücken, gemeinsam helfen sie einem kleinen Jungen auf der Flucht und bewältigen gemeinsam so manches Abenteuer. Aber was genau will Max in diesem Ort in Südfrankreich genau, was wird sie alle erwarten? Max ist nervös, als sie ankommen, freut sich an dem Liebespaar zu welchem Tamara und Johann geworden sind und hofft nun, sein Lebensglück doch noch zu finden und um Verzeihung bitten zu können.

Silke Schütze / Rosmarintage

Fazit: Südfrankreich und die Erfüllung eines Lebenswunsches am Lebensabend.
Es ist nie zu spät im Leben, das Richtige zu tun, das sagt sich der alternde Max wohl, als er zu dieser Reise aufbricht. Er begegnet faszinierenden Menschen und deren Geschichten, aber wird auch seine eigene Geschichte gut ausgehen? Ein Oldtimer, eine Reise und drei Fremde, die zu Freunden werden. Dieser Roman berührt tief und bewegt unser Herz, er ist herrlich zu lesen und rührt uns aber auch zu Tränen. Ein Buch wie ein schöner Sommer. Doch auch in einen solchen gehören Regen und Gewitter dazu.

Meine Wertung: 8/10

Silke Schütze / Rosmarintage
Verlag: Knaur, Seiten: 304

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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