Simon Libsig / Der Velodieb, der unters Auto kam

by Manuela Hofstätter on 8. Februar 2019

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Frederik Dubois ist ein junger Mann, dem das Leben einfach noch nicht so ganz gelingen will, er ist in der Kleinstadt Baden gestrandet und schreibt seinen Eltern wundersame Dinge, die nicht ganz der Wahrheit seiner Situation entsprechen. Doch Frederik weiss, es würde ihnen das Herz brechen, wenn sie wüssten, dass er auch das zweite Studium geschmissen hat, nicht mal sein Zimmer bei der Schlummermutter bezahlen kann und im Gang genächtigt hat. Er braucht dringend einen Job. So landet Dubois beim Schlossermeister Hauenstein, der tatsächlich einen sagenhaften Schlag hat und mit dem man keinen Streit haben möchte. Er hat eine betörende Tochter namens Elly, in welche sich Dubois auf der Stelle verliebt. Unglückliche Umstände haben am ersten Arbeitstag von Dubois dazu geführt, dass er zum Dieb geworden ist, das Velo stand einfach so am Brückengeländer und er war schon zu spät, zudem hatte er da noch die Absicht, das Velo wieder zurückzustellen. Weil aber komischerweise schon die Polizei nach dem Velo am Suchen war, beschloss Dubois, es als Anzahlung seiner Schlummermutter zu überlassen, da konnte er ja noch nicht ahnen, welche skurrile Geschichte dieses Velo hat und noch weiter auslösen würde. Stadtrat Dürr ist der Velobesitzer, der Lieblingspolitiker schlechthin, alle mögen ihn, er ist grosszügig, freundlich, fährt gar mit dem Velo zur Arbeit und hat eine Familie. Aber der Herr Stadtrat hat mehr als ein Geheimnis und einen korrupten Gehilfen bei der Polizei, zudem ist Dürr chronisch pleite. Das Velo muss gefunden werden, es ist leider mit sehr wertvollem Material vollgestopft und Dürr hat ein gewaltiges Problem, ein Mordsproblem, wie ihm der Zürcher Auftraggeber am Telefon zu verstehen gibt. Tatsächlich erlebt Baden nun eine Serie von Todesfällen, welche eben keine normalen Todesfälle sind und welche immer krasser ausfallen. Der Auftragskiller ist quasi ein Poet des Mordes, er liebt es, in der Presse famose Schlagzeilen zu bekommen. Dubois kämpft um die Liebe Nellys, sie möchte im Automobil zum Sommerfest gefahren werden und es in nun mal eine Zeit in Baden, in welcher noch nicht jeder ein Automobil sein Eigen nennen kann. Nun hat Dubois ein lukratives Nebengeschäft begonnen, zugegebenermassen kein legales, aber was soll man machen … Doch irrwitzige Zufälle lassen in Baden einige Leute baden gehen, während andere mit einem Quäntchen Glück plötzlich obenauf schwimmen.

Fazit: Das ist kein Buch, das ist der neue Libsig … und in der Tat er ist wirklich witzig.
Simon Libsig schreibt einen süffigen wie süffisanten Roman, in welchem die Stimmung einer Schweizer Kleinstadt und deren Bewohnern auflebt, in welchem die Liebe schlussendlich siegt, nachdem es kriminell gefährlich zu- und hergegangen ist und ein sauberer Politiker ganz schön viel Dreck am Stecken hatte. Libsigs Protagonisten sind köstliche Charaktere, dieser Roman hat Tempo, Witz und noch viel mehr. Ja, dieser Roman bietet so Einiges und garantiert wirklich beste Unterhaltung.

Meine Wertung: 8/10

Simon Libsig / Der Velodieb, der unters Auto kam
Verlag: Librium, Seiten: 141



Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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