Simone Meier / Fleisch

by Manuela Hofstätter on 3. März 2017

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Dies ist die Geschichte von Anna und Max, oder vielmehr die Geschichte allerlei Menschen in verschiedensten Lebens- und Liebesphasen und einer Gemeinsamkeit, sie wissen oft nicht, was sie tun, wohin sie mit sich und ihren Träumen sollen. Anna und Max sind gemeinsam zur Schule gegangen, später bei einem Klassentreffen sind sie die einzigen Exoten, die sich nicht über Haus, Kinder und Familie austauschen und so rutschten sie in eine öde Paarbeziehung. Anna hat, seit sie ihren 40. Geburtstag hinter sich hat, komische Anwandlungen, sogar beim Schönheitschirurgen ist sie gesessen, ist aber bald Hals über Kopf geflüchtet, immerhin. Jetzt aber hat Anna ganz komische Gefühle für eine weitaus jüngere Frau, sie sieht die Frau in ihrem Lieblingsbistro und sitzt dort stundenlang, versunken in erotische Fantasien. Anna fragt sich, ob das eine Lebenskrise ist oder ob sie altershalber zu spinnen beginnt, oder wird sie nun lesbisch? Max hat in seinem Beruf als Lehrer eine Vorbildfunktion, er hat diese aber satt, so wie er auch Anna satthat. Er versucht bei einer Prostituierten Lust zu empfinden, aber dies gelingt ihm nicht. Im zwielichtigen Viertel trifft er auf eine silberne Fee, so erscheint ihm zumindest eine Frau, welche er sogleich mutig anspricht. Ungewollt will der Zufall, das beide Fäden zu neuen Menschen im Leben von Anna und Max in derselben Wohngemeinschaft von vier jungen Leuten zusammenlaufen. Es ist eine faszinierende WG; da lebt die Fee, überzeugte Lesbe, die junge Frau aus dem Bistro mit ihrem jüngeren Bruder, der ihr Sorgen bereitet, weil er sich ritzt und noch weitere besorgniserregende Dinge tut, und der ruhige, besonnene Alex, der nützlicherweise wunderbar kocht. Schliesslich entwickelt sich das Leben all dieser Protagonisten auf unfassbare Art und Weise, fast zu einem Krimi spitzt sich die Lage zu, doch dann kommt eine Beerdigung auf alle zu und der Mut für so manchen Neuanfang.

Fazit: Ein Liebes- und Lebensroman rund um eine schräge WG!
“Fleisch” ist eine kunterbunte, freche Geschichte darüber, dass es im Leben keine Rolle spielt, in welchem Alter man mit seiner Rolle zu kämpfen hat und sich entscheiden muss, ob man sein Glück wagen will oder einfach nur ein langweiliges Dasein fristen möchte. Gewiss liest man in diesem Buch das eine oder andere unverblümte Wort über die Sexualität, aber dass man dieses Buch deswegen meidet, kann ich ganz und gar nicht verstehen. Beste Unterhaltung, bestes Denkfutter!

Meine Wertung: 7/10

Simone Meier / Fleisch
Verlag: Kein & Aber, Seiten: 254

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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