Sophie Fontanel / Reifezeit

by Manuela Hofstätter on 19. Februar 2012

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Ja, sie liebt ihre Mutter, jetzt mit 86 Jahren, ist die alte Dame aber nicht mehr fähig ihr Leben alleine zu meistern, die Tochter und die Mutter vertauschen die Rollen ein Stück weit. Eigentlich ist Sophie beruflich erfolgreich und ausgelastet, doch nun rennt sie ständig zu ihrer Mutter, ein Sturz folgt dem nächsten, die Mutter weiss sich in ihrem Leiden gekonnt in Szene zu setzten. Sofie aber leidet ehrlich mit, muss angesichts des Zerfalls der Mutter vollständig werden, vieles über das Leben wird ihr jetzt erst klar. Manchmal treibt es die alte Dame wirklich auf die Spitze, aber etwas hat sie nicht verloren, ihr Wahrhaftiges alles überstrahlende Lachen und Mutter wie Tochter wissen eben doch ganz genau, sie lieben einander.

Textausschnitt: “Ich könnte dich bitten, dich zum Fenster hinauszustürzen, und du würdest es tun.” Man weiss ja, wie das läuft. Manchmal ist da nicht eine Spur Ironie, Herablassung, Machtgehabe oder Grausamkeit, und doch begehrt man innerlich auf und neigt spontan dazu, alles falsch zu verstehen. Das steckt einfach in uns drin, das ist das innere Kind in uns. Doch ich weissnicht warum, ich war in dem Augenblick stark genug, um zu verstehen, dass sie mich nicht angreifen wollte, sondern versuchte, mir etwas anderes, Konstruktives mitzuteilen, etwas, was ich innerlich nie hatte zulassen wollen. Und ich erwiderte: “Klar würde ich das tun. Wenn du mich darum bätest – denn das hiesse doch wohl, dass wir uns im Erdgeschossbefinden.”

Fazit: Mutter und Tochter, starke Bande!
Eine wahre Geschichte über die Beziehungsbande einer Tochter und einer Mutter, schonungslos ehrlich und erhaben schön. Dieser Roman zeugt von Liebe und erzählt uns viel übers Alt werden und über Verantwortung.

Meine Wertung: 7/10

Sophie Fontanel / Reifezeit (Wie meine Mutter alt wurde – und ich erwachsen)
Verlag: Kailash, Seiten: 160

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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