Stephan Sigg / Noch 21 Tage

by Manuela Hofstätter on 28. Oktober 2018

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Leon ist verliebt, so richtig, Lilli ist aber einfach auch ein tolles Mädchen. Die grossen Ferien stehen an, doch Leon ist traurig, die anderen werden nach den Ferien coole Fotos und Filme vorzeigen, vom Meer, von New York, was auch immer, er und seine beiden kleineren Brüder haben das alles nicht, sie kaufen im Caritasladen ein und ihre Klamotten sind nie neu. Seit der Vater sie verlassen hat und seine Bar Konkurs ging, zahlt er nur mit Mühe und Not Unterhalt, jetzt hat er sogar diesen vergessen, er ist einfach ein Idiot. Die Mutter arbeitet als Kellnerin in einem schicken Kaffee, doch sie müssen an allen Ecken sparen, ihre Wohnung ist klein, die Mutter schläft auf dem ausziehbaren Sofa, die jüngeren Brüder teilen sich ein Zimmer, Leon war schon oft bei Lilli zu Hause, fand aber immer Ausreden, warum sie nicht zu ihm kommen kann. Lilli selbst weiss nichts von Leons Situation, auch seine Kumpels nicht, mit denen er gerne rappt und quatscht am See, nur sein bester Freund Elias ist eingeweiht. Nun ist die grösste Katastrophe eingetroffen, sie können die Wohnungsmiete nicht bezahlen, der Vermieter gibt ihnen 21 Tage Zeit, das Geld aufzutreiben oder sie stehen auf der Strasse. Leons Mutter könnte auf die Gemeinde gehen, doch sie ist eine stolze Kämpferin, sie will es ohne Sozialhilfe schaffen. Leon ist stolz auf seine Mutter, er hat mit Elias Hilfe einen Ferienjob gefunden, geht jeden Vormittag einer älteren Dame zur Hand bei Haus- und Gartenarbeiten. Die Dame ist sehr wohlhabend, das Haus riesig, so auch der Garten, sie ist zufrieden mit Leon, bezahlt diesen gut. Leon wollte mit dem verdienten Geld einmal seine Lilli zum Essen einladen oder ihr etwas schenken, nun ist ihm aber klar, er wird seiner Mutter helfen. Elias hat plötzlich eine dumme Idee, doch Leon bringt ihn schnell davon ab, auch wenn sein Leben hart ist, bleibt er auf dem richtigen Pfad. Manchmal hat Elias aber auch richtig gute Ideen, denn es kann ja nicht sein, dass Lilli die Wahrheit immer noch nicht kennt.

Fazit: Armut in der Schweiz …
Während ich mir oft verwundert anhören darf, welche Schulgspändli unserer Kinder (8 und 10 Jahre alt) alle bereits ein eigenes Phone mit Abo haben und wo diese alle hinfliegen in den Ferien, setzt Stephan Sigg mit seinem Jugendbuch ein wichtiges Zeichen für viele Jugendliche in der Schweiz, die ein anderes Leben führen. Armut in der Schweiz nimmt zu und diese Geschichte öffnet die Augen jugendlicher Leser und Leserinnen für diese Thematik. Ein wichtiges Buch, ein noch wichtigeres Thema und welch ein Junge dieser Leon ist, eine Freude ist das, so etwas zu lesen. Sigg schreibt in der Sprache der Kids, gekonnt und süffig, genial. Doch Qualität und Herzblut für die Schweizer Kidszene ist bei “da bux” zum Glück ja Programm, tolle Arbeit wird dort geleistet, Dankeschön!

Meine Wertung: 8/10

Stephan Sigg / Noch 21 Tage
Verlag: da bux, Seiten: 60

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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