Susann Pásztor / Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

by Manuela Hofstätter on 18. April 2017

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Karla wird sterben, der Krebs lässt ihr keine andre Wahl, ihr Leben dauert nur noch eine kurze, begrenzte Zeit lang. Fred ist einerseits neu Sterbebegleiter, andererseits alleinerziehender Vater. Sein Sohn Phil, junge dreizehn Jahre alt, kann mit der neuen Berufung seines Vaters nun gar nichts anfangen. Doch Fred will bei seiner ersten Sterbebegleitung sein Bestes geben, er geht mit schüchternem wie bangem Herzen zu Karla. Karla ist eine Wucht, sie hat ihr Leben geliebt, nun muss sie merken, es währt nicht mehr lange, dies macht sie in einigen Dingen radikal, ehrlich und kompromisslos, sie prallt auf ihren Sterbebegleiter und dieser ist ihr vorerst schlicht nicht gewachsen. Fred hat ein Ziel, er möchte Karla ein letztes schönes Weihnachtsfest bereiten, doch dabei schiesst er dermassen übers Ziel hinaus, dass Karla seine Begleitung vorerst ablehnt. Aber es ist ausgerechnet Phil, welcher bei Karla einen Job angenommen hat und der die Verbindung zu Karla halten kann. Karla begleitete mit ihrer Fotokamera eine Rockband durch die Jahrzehnte, nun hat sie noch den Wunsch, dass ihre Fotos digitalisiert werden und so erhalten bleiben, Phil hat diese Arbeit gut im Griff und er ist Karla nahe. Phil und Karla offenbaren einander einiges und plötzlich darf auch Fred seine Arbeit wieder aufnehmen. Fred hat einen Fehler gemacht bei seiner ersten Sterbebegleitung, fast hätte er Karla verloren, doch nun darf er für sie da sein und nun fühlt er ganz genau, warum er das, was er tut, gerne und absolut von vollem Herzen tut.

Fazit: Ein Roman über das Wichtigste, über welches wir reden sollten.
Susann Pásztor ist Sterbebegleiterin, sie hat es darüber hinaus gar gewagt, einen Roman zu diesem Thema zu schreiben. Dieser ist ihr gelungen, und wie, nur, wer dieses kostbare Buch gelesen hat, der weiss, wovon ich versuche zu schreiben! Es gibt Bücher, die verändern etwas auf der Welt, etwas im Einzelnen Leser, diese sind für mich ganz wichtige Bücher. Ich habe diese Autorin in Leipzig erleben dürfen, ihr Buch wirkt in mir nach, unvergessen, und ich hoffe fest, dass möglichst viele Menschen diesen wundervollen Roman lesen dürfen. Wir leben nur einmal und wir sterben alle, eine Gewissheit, und doch ein Thema, welches wir gerne vermeiden. Ein bewegender, ein wichtiger und wundervoller Roman!

Meine Wertung: 9/10

Susann Pásztor / Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster
Verlag: Kiepenheuer & Witsch, Seiten: 286

Manuela Hofstätter

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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