T.C. Boyle / Hart auf Hart

by Manuela Hofstätter on 17. April 2015

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Sten will sich mit seiner Frau Carolee auf einer Kreuzfahrt in Südamerika erholen. Bei einem Landausflug werden sie überfallen und Sten der Vietnamveteran handelt und kann als Held alle Güter der Gruppe retten und hat vielleicht auch Schlimmeres verhindert. Allerdings ist das Jüngelchen, welches er beherzt und gekonnt entwaffnet hat, in seinem Würgegriff verstorben. Man könnte Sten auch als Mörder sehen, vorerst können er uns Carolee jedenfalls nicht aufs Schiff zurück. Wieder in ihrem Alltag gelandet, holt sie dieser dann auch sogleich wieder ein, ihr Sohn Adam ist ein Sorgenkind sondergleichen, er hat seinen Eltern schon vom ersten Schultag an Kummer bereitet und dabei ist Sten doch Schuldirektor gewesen. Adam und seine Eltern finden nicht mehr zusammen, er lebt verwildert im Wald, bewirtschaftet ein Schlafmohnfeld und will vom Geld des Drogenverkaufs leben können. Er sieht überall Feinde, Aliens gar, aber die können ihm nichts anhaben, er ist schlauer als sie alle. Er ist ein Waldläufer und er kann mit Waffen umgehen. John Colter, ein Held der amerikanischen Geschichte, der ein cleverer Trapper war und sogar den Blackfoot Indianern entkommen konnte, ist für Adam zum Vorbild, gar zeitweilig zu seinem eigenen ich geworden. Doch Adam hat eine Schwäche, sie hat ihn am Rande des Waldes aufgelesen, heisst Sara und verleibt sich in ihn. Dieser muskulöse, jüngere, wilde Adam, Sara liebt es, ihn im Bett und Haus zu haben und schliesslich haben sie offenbar noch einen gemeinsamen grossen Nenner, den Staat. Sara ärgert sich, hat eine unbändige Wut in sich, das angeblich freie Land reglementiert schliesslich einfach alles und jedes, Verbote und Vorschriften gibt es nirgendwo so viele, ganz besonders in Kalifornien. Sara weigert sich bei der Anschnallpflicht im Auto, sie hat ständig Ärger mit der Polizei und sinnt ständig auf Rache. Allerdings ahnt sie nicht, wie gefährlich die Rachegefühle bei Adam aussehen. Ja, Sarah ist sich bewusst, Adam ist ein Exot, ein kauziger Spinner, aber dann eskaliert die Situation ganz gewaltig…

T.C. Boyle / Hart auf Hart

Fazit: Gelobte Freiheit, harte Realität!
Boyles Roman hat die Spannung eines Krimis und zeugt von der Zerrissenheit Amerikas, der Zerrissenheit von Eltern, deren Kinder auf die falsche Bahn geraten sind und von der Zerrissenheit einer skurrilen Liebe zwischen Sara und Adam. Diesen Roman wird man nicht so schnell vergessen und die präzisen, schrägen Szenen aus Teilen Amerikas, in welchen die Uhren einfach anders ticken, die gehen unter die Haut.

Meine Wertung: 8/10

T.C. Boyle / Hart auf Hart
Verlag: Hanser, Seiten: 400

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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{ 1 comment… read it below or add one }

1 Beatrix Petrikowski Mai 18, 2015 um 07:52 Uhr

Seine Romane kann man alle nicht so schnell vergessen, denn sie gehen immer “unter die Haut”. Der Autor zwingt den Leser, wie kaum ein anderer, zum Nachdenken.

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