Thomas Hürlimann / Vierzig Rosen

by Manuela Hofstätter on 11. Oktober 2006

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Marie Katz, ist die jüdische Tochter eines grossen Mannes, der mit seinen Schneidereien, einen derart guten Ruf geniesst, dass Jedermann, der etwas auf sich hält “Katz” trägt. So ist die kultivierte Marie immer à jour und schliesslich weiss man ja, was Sache ist, on a du style. Als der Herr Papa bei Marie das aussergewöhnliche Musiktalent, das sich in der Familie Katz immer weitervererbt entdeckt, fördert er seine Tochter begeistert, bei jedem falschen Ton, den sie anschlägt pfeift er laut. Als Marie Max zum ersten Mal begegnet, nimmt das Leben langsam einen anderen Lauf an. Denn bei der zweiten Begegnung, Max ist inzwischen Leutnant und hat sie quasi im Stillen erobert. Max, der eigentlich gewöhnliche Max, der sie Marie braucht, er sieht in ihr eine First Lady und schliesslich will Max der erste Mann in der Regierung werden. Allerdings gefällt das dem Herrn Katz ganz und gar nicht, er will Marie nämlich beim berühmten Fadejew vorspielen lassen und dann soll sie studieren und eine berühmte Pianistin werden. In der Nacht vor dem Vorspielen schwillt Maries Finger an und es gibt nur einen Ort, wo sie sein will, nämlich bei Max. In dieser ersten Liebesnacht wachsen die Beiden endgültig zusammen. Marie, besteht das Vorspielen, aber sie beginnt nicht zu studieren, sie heiratet Max und wird Marie Meier. Marie Meier ist eine kluge, schöne Frau, sie zieht geschickt die Fäden für die politische Karriere ihres Mannes, sie weiss genau, wie man sich auf dem öffentlichen Parkett zu bewegen hat. Seit ihrem vierzigsten Geburtstag, sind es doch einige Jahre her, aber für Marie läuft nun jeder ihrer Geburtstage gleich ab, der Kurier bringt ihr vierzig Rosen von Max, sie fährt zum grossen Abendessen und jedes Jahr wird ihr versichert, sie könne doch unmöglich schon den Vierzigsten feiern. Auch die Frage, ob ihr Sohn denn schon zur Schule gehe, beantwortet Marie immer mit dem korrekten nein, er gehe bereits ins Gymnasium. War es das nun, das Leben und die Liebe?

Fazit
Ja, es ist eine gewaltige Geschichte, die Geschichte der Frau Marie Katz und des Max Meiers. Hürlimann kann uns einen Augenblick derart genau beschreiben, dass wir ihn nicht mehr vergessen können. Die Macht der Liebe führt seine Hauptfigur Marie von der Leidenschaft des Klavierspielens weg und so entscheidet und verändert sich ein ganzer Lebensweg. Eigentlich finde ich die Geschichte geht für Marie traurig aus, doch dann klingt mir im Hinterkopf dieser Satz: “Du Marie …” –  “… ich dich auch Max !” Entscheiden muss die Leserschaft selbst.

Meine Wertung: 7/10

Thomas Hürlimann / Vierzig Rosen
Verlag: Ammann, Seiten: 364

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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1 ML Ernst-Vidalis Juli 29, 2013 um 22:20

Im Roman 40 rote Rosen verstehe ich nicht, wieso Max Meier im Juni 1945 zum Leutnant befördert wurde, wo doch die Kapitulation am 8. Mai 1945 stattfand. Gehört das zur dichterischen Freiheit oder ist dem Autor einfach ein Fehlerchen unterlaufen?

2 Anonymous Januar 13, 2014 um 13:13

Hier handelt es sich doch nicht um die deutsche Wehrmacht, die gab es zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr. Der Roman spielt, wenn auch nicht genau verortet in der Schweiz.

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