Thomas Vaucher / Tell

by Manuela Hofstätter on 19. Januar 2017

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Tells Vater, ein Held, er soll mit blossen Händen einen Bären erwürgt haben, das bezeugen seine Bewunderer. Andere berichten Schlechtes über den Mann, welcher zu Tode kommt und nur seinen Sohn Wilhelm zurücklässt, ein junges Bürschchen. Dem jungen Tell ergeht es schlecht beim Bruder seines Vaters, dieser hasst ihn so sehr, wie er seinen Bruder gehasst hat und der junge Helm will eigentlich nur weg. Aber Helms Herz schlägt für Anna und sie scheint seine Gefühle zu erwidern. Doch da will ein adeliger Pinsel sich einmischen und verleumdet Helm vor Anna. Helm schlägt zu und sein Gegenüber fällt unglücklich mit dem Kopf auf einen Stein. Helm glaubt, er sei nun ein Mörder und es bleibt ihm nur die Flucht. Er schliesst sich den Söldnern an, den gefürchteten Schattenläufern. Helm wird grösser und stärker und er beherrscht die Armbrust wie kaum einer, hatte er doch einen guten, wenn auch harten Lehrmeister. Die Schattenläufer werden zu Helms Freunden, allerdings nicht alle, es kommt zum Bruch und Helm flüchtet mit zwei Freunden, kehrt zurück in sein Dorf, begleicht seine Schuld und kann sogar Anna zur Ehefrau gewinnen. Doch sein alter Widersacher hasst ihn nun mehr de je, die Vögte unterdrücken die Bauern immer schlimmer, es ist eine raue Zeit. Ein Aufstand wird geplant, vieles, so vieles musste Helm schon ertragen, es dürstet ihn nach Freiheit. Wird der heilige Schwur, der auf dem Rütli gesprochen wurde, erfüllt? Wird eine Eidgenossenschaft in die Geschichte eingehen, oder steht das Ende der tapferen Mannen bevor?

Fazit: Schillers Märchen war gestern!
Thomas Vaucher hat der Legende Tell ein völlig neues, anderes, authentisches Gesicht gegeben. Wir lernen Tells Jugendjahre kennen, seine Zeit bei den Söldnern, genauer den Schattenläufern, und sein Lieben und Leben danach. Der Wille und Freiheitsdrang der starken, einfachen Mannen und deren klugen Frauen im Hintergrund, vermögen uns zu erstaunen, der Apfelschuss in einem anderen Licht und dann die Gründung der Eidgenossenschaft, Vaucher hat den Klassiker neu verdichtet, gelungen ist ihm ein ungemein spannendes Werk. Absolut lesenswert, aber nicht für zartbesaitete Menschen, nur für starke Eidgenossen und deren Bewunderer!

Meine Wertung: 8/10

Thomas Vaucher / Tell – Mann. Held. Legende.
Verlag: Stämpfli, Seiten: 314

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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