Thommie Bayer / Vier Arten, die Liebe zu vergessen

by Manuela Hofstätter on 1. Januar 2013

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Es ist die Beerdigung von Emmi, welche vier Männer, die einander einmal eng verbunden waren, nach etlichen Jahren wieder zusammenführt. Michael, Thomas, Bernd und Wagner, sie wurden damals als Schüler durch Emmi, eine ganz besondere Lehrerin zusammengeschweisst. Die Musik spielte eine wichtige Rolle damals und so singen denn zwei von ihnen auch jetzt erneut an Emmis Grab, sie haben ihr Talent nicht verloren, ihr Gesang ist immer noch fantastisch und berührt die Menschen. Doch die vier Freunde von damals sind sich fremd geworden, die Gespräche sind schleppend, jeder macht sich so seine Gedanken darüber, wie sehr sich alle verändert haben. Bernd ist trotz Frau und Kindern ein unverblümter, manischer Schürzenjäger geworden, Thomas schüttet Alkohol in sich hinein in unfassbaren Mengen, Michael ist voller Rätselhaftem und Wagner, ja Wagner sollte doch richtig glücklich sein. Wagner hat schliesslich Corinna geheiratet, sie waren alle in Corinna verliebt damals, doch Wagner wirkt hinter all seinen wichtigen Überzeugungen völlig verbittert. Spontan spricht Michael eine Einladung zu sich nach Venedig aus, bereut diese gar und staunt dann, denn alle Männer sagen zu. In Venedig rücken die vier Freunde wieder zusammen, nach und nach lassen sie ihre Masken fallen, was ihr Leben preisgibt, ähnelt sich zumindest in einem Punkt. Alle sind sie auf irgendeine Art an der Liebe gescheitert oder ins Stolpern geraten. Auch wenn das neu eroberte Zusammensein unter den Freunden nicht nur einfach zu bewerkstelligen ist und sie sich auch aneinander aufreiben, gewisse Dinge sind in Bewegung geraten, ob es für manche von ihnen noch die Chance gibt, dem Leben eine wichtige Wendung zu geben, das wird sich zeigen. Michael zumindest, der wagt einen ganz bedeutenden Schritt und gibt das grosse Geheimnis seines Lebens preis.

Fazit: Ein Buch über den Sinn im Leben!
Ein absolut grossartiger Roman, beeindruckend, wie eben gerade Männer ihr Leben meistern oder eben nicht und wie der Autor uns durch diese vier Protagonisten teilhaben lässt, an ihrem Leben und ihrer Geschichte. So unterschiedlich sie auch geworden sind, etwas von der Magie ihrer Jugendfreundschaft ist geblieben. Sie können sich mit Respekt begegnen, selbst wenn sie zum Teil grosse Mühe miteinander haben und auch happige Tatsachen aus der Vergangenheit zu überwinden sind. Die Freundschaft ist etwas ungeheuer Mächtiges und natürlich auch die Liebe, beide können Enttäuschungen bereithalten, an welchen so mancher zerbrechen könnte. Ein kluges Buch, eines über Lebenssinn gar, ein wertvoller Tipp um ins neue Jahr zu starten!

Meine Wertung: 9/10

Thommie Bayer / Vier Arten, die Liebe zu vergessen
Verlag: Piper, Seiten: 281

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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