Tom Hillenbrand / Der Kaffeedieb

by Manuela Hofstätter on 6. Juni 2016

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Obediah ist ein Virtuoso, er unterhält Briefkontakte mit Wissenschaftlern aller Art in vielen Ländern, aber er ist auch Spekulant und Fälscher, was ihn, als er auffliegt, um ein Haar das Leben kostet. Es ist dann aber eine mächtige Gruppe, die Verwendung für seine Fähigkeiten hat und ihn aus dem Gefängnis rettet. Die Vereinigte Ostindische Companie erklärt Obediah dann sogleich, was sie von ihm verlangen. Er soll an den Türken vorbei gelangen und nach Mocha reisen, um dort Kaffeepflanzen zu stehlen. Die Kaffeebohnen gelangen nur erhitzt und somit nicht keimfähig nach Europa, die Companie will aber gerne eigene Pflanzen anbauen können. Niemandem ist so ein Diebstahl bis anhin gelungen, die Pflanzen sind streng bewacht und unzugänglich, zudem droht die Todesstrafe, sollte man beim Versuch, eine zu stehlen, erwischt werden. Obediah stellt darauf eine ganz spezielle Truppe zusammen, für viele Bereiche die Besten, die er kennt, und dann fehlt nur noch der Meisterdieb. Die Befreiung des Meisterdiebes ist zugleich das Prüfstück für Obediahs Spezialtruppe, sie nennen sich Herakliden. Der Meisterdieb ist ein sehr berühmter Mann, allein schon der Ort seiner Inhaftierung ist streng geheim, doch die Befreiung gelingt und beweist, dass die Herakliden zusammenarbeiten können. So reisen sie los über die Lande, auf und gar unter dem Meer, auf nach Mocha! Nach vielen weiteren Abenteuern gilt es noch, die Wüste zu durchqueren und eben die Kaffeepflanzen zu stehlen. Das Unglaubliche gelingt, doch die Rückreise birgt genauso viele Gefahren und zudem bereiten ihnen die Pflanzen grossen Kummer, sie gehen nämlich ein und es gilt, schnellstens herauszufinden, was ihnen fehlt. Doch als sie dann von den Türken gestellt werden, scheint alle Mühe umsonst gewesen zu sein…

Tom Hillenbrand / Der Kaffeedieb

Fazit: C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Caffee!
Ein Roman, der wie ein guter Kaffee alle Sinne anspricht, opulent, wie die Zeit zum Ende des 17. Jahrhunderts war, schreibt Hillenbrand authentisches Zeitgeschehen spannend verpackt, gar in Krimimanie auf. Ein aussergewöhnliches Lesevergnügen, viel Wissen rund um die Herkunftsgeschichte des Kaffees so wie aus dieser vergangenen Zeit wird uns vermittelt. Aber auch der feine Schalk hat mir gefallen, Obediah ist ein Protagonist ganz nach meinem Geschmack und ich weiss nun sogar, wer die Schuld hat, dass wir den Kaffee ruiniert haben – die Freveltat, Zucker und Milch in das bittere Gebräu zu kippen, die haben offenbar die Wiener zuerst begangen!

Meine Wertung: 8/10

Tom Hillenbrand / Der Kaffeedieb
Verlag: Kiepenheuer & Witsch, Seiten: 461

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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