Tom Hillenbrand / Letzte Ernte

by Manuela Hofstätter on 27. Juni 2013

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Es ist eine strenge Zeit für den Koch und Restaurantbesitzer Xavier Kieffer, wenn die Schueberfouer, das luxemburgische Stadtfest stattfindet, dann heisst es locker fünfhundert Kilogramm Kartoffeln in einer Woche, verwandelt in die besten Gromperekichelcher, zu verkaufen und hart zu arbeiten. Das Fest ist in vollem Gange und Xavier erfreut sich innigst daran, seine Liebste und darüber hinaus die Gastrokritikerin schlechthin, Valérie Gabin, dabei zu beobachten, wie sie genüsslich seine Gromperekichelcher verspeist. Plötzlich herrscht aber Aufregung in Xaviers Zelt, ein Betrunkener wird ausfällig, so etwas ist Kieffer gewohnt, beherzt will er eingreifen, doch die Sache eskaliert schmerzhaft für ihn und auch für seine Liebste. Der Betrunkene hat gar Dinge liegen gelassen, so weggetreten war er, eine Magnetkarte und einen Schlüsselbund. Und als schliesslich die Firma, in welcher der fehlbare Kerl angestellt zu sein scheint, sich telefonisch meldet, geraten Xavier und Valérie in Rage. Ein Bote wird unverzüglich Karte und Schlüsselbund abholen, eine Frechheit, der komische Kerl, offenbar mit russischen Wurzeln, der soll sich mindestens selber noch entschuldigen kommen. Dass der Russe dies aber nicht mehr konnte, wird Xavier schlagartig klar, als er in der Zeitung das grellgrüne T-Shirt des Russen erkennt, allerdings sonst nichts von ihm, denn er ist von einer berüchtigten Brücke in der Stadt in den Tod gesprungen. Xavier hat bald die Polizei im Haus, schliesslich ist er wohl der Letzte, der mit dem Verstorbenen gesprochen hat. Aber das ist erst der Anfang einer vertrackten Geschichte rund um diesen Russen. Offenbar war er ein Genie in seiner Branche, ein Superhirn von Mathematiker und somit für jede Bank ein wichtiger Angestellter. Tatsächlich war der Russe involviert in Finanzmathematische Experimente mehrerer Firmen und anscheinend hat er diesen Daten geklaut, dieser Quants der Finanzbranche. Aber all diese Dinge werden nun richtig gefährlich für Xavier, wieder einmal ist er viel zu neugierig und will auf eigene Faust Antworten finden.

Fazit: Geld, Genuss und deren krimineller Zusammenhang.
Der dritte Fall mit Xavier Kieffer, natürlich ein Muss für mich und natürlich ein Genuss! Wieder in Luxemburg sein, wieder mitschlemmen und bangen, Spannung und eine Prise Humor sowie Wissen aus der Branche der Banker. Wer wissen will, wie Fonds, Wirtschaftskriminalität, Termingeschäfte und die Rohstoffbörse zusammenhängen, der wird staunen. Sogar ins Berner Oberland macht Kieffer in diesem Fall einen Abstecher. Und hier in der Gegend um Lothringen, wo ich mich gerade aufhalte, bin ich gar noch näher am Handlungsort dieses Krimis!

Meine Wertung: 7/10

Tom Hillenbrand / Letzte Ernte
Verlag: KiWi, Seiten: 299

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