Tom Hillenbrand / Teufelsfrucht

by Manuela Hofstätter on 16. Mai 2011

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Der eigentlich hochbegabte Koch Xavier Kieffer, hat beschlossen, der hochstehenden Kochkunst den Rücken zuzuwenden, er hat ein abgelegenes kleines Restaurant in der Luxemburger Unterstadt und dort serviert er regionale, ehrliche und recht schnörkellose Gerichte. So verwundert es dann seine Angestellte ebenso wie den Chef, dass plötzlich ein Gastro-Kritiker des grössten und wichtigsten Gourmetguide bei ihnen am Tisch sitzt. Das verwundert sein, weicht rasch grosser Bestürzung, denn bald nach der Vorspeise bricht der Kritiker tot im Lokal zusammen, etwas Dümmeres kann eigentlich nicht passieren. Kieffers Restaurant wird umgehend geschlossen, die Ermittlungen laufen an und die zuständigen Beamten sind alles andere als freundlich und so erscheint es zumindest Xavier, auch nicht gerade von bestechender Intelligenz gesegnet. Xavier Kieffer möchte sein Restaurant bald wieder öffnen und auch seinen Ruf unbefleckt haben. Als er noch vernimmt, dass der Kritiker durch einen Tipp seines ehemaligen Lehrmeisters, einem grossen Sternekoch, bei ihm landete, und nun ebendieser zum Lebensfreund gewordenen Lehrmeister spurlos verschwunden ist, beschliesst Xavier auf eigene Faust Recherchen zu betreiben. Er nimmt Kontakt auf zur Chefin des bekanntesten Gourmetguide und ist von dieser Frau sogleich entzückt, in ihr hat er wohl eine Verbündete gefunden. Zum Glück kennt Xavier einen geheimen Aufenthaltsort seines Freundes, er findet diesen dort leider nicht vor, dafür aber eine seltsame Art Frucht, mit welcher sein Lehrmeister offenbar eifrig am Experimentieren war, instinktiv nimmt Xavier die Reste dieser Frucht an sich. Unvergleichbar fein ist diese komische Frucht, und wie er bei geheimen Nachforschungen feststellen lassen kann, voller bislang quasi nicht erkannten Stoffen, nebst auch bekannten und heiss begehrten in der Lebensmittelindustrie. Es wundert Xavier Kieffer dann nicht, dass eine seltsame Brandserie ausgezeichnete Gastrobetriebe betrifft und mehr als ein ausgezeichneter Koch verschwindet. Doch wie gefährlich Kieffer lebt, das wird ihm erst viel zu spät klar …

Fazit
Lecker, süffig, informativ, amüsant und absolut spannend ist dieser kulinarische Krimi, was will man mehr! Allerdings kann einem der Appetit, welcher durchaus bei der Beschreibung diverser Gerichte sehr angeregt wird, dann auch wieder rasch vergehen, denn was die Lebensmittelindustrie mit uns treibt, ist alles andere als lecker… So liefert uns der Autor auch Wissenswertes rund ums Thema Ernährung, das wir oft verdrängen, oder froh sind nicht genau darüber nachzudenken… ? (Mir ist wieder klar geworden, warum ich Tiefkühlpizza so verabscheue).

Meine Wertung: 8/10

Tom Hillenbrand / Teufelsfrucht
Verlag: KiWi, Seiten: 300

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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1 Steffi Juli 10, 2011 um 15:19 Uhr

*lach*…auch mir hat der Ausflug in die Lebensmittelbranche den Appetit auf Tiefkühlpizza fürs Erste verdorben. Das Buch hat mich, genau wie dich, sehr gut unterhalten. Mir gefällt dieser neue Trend…kulinarischer Krimi. Welch intelligenter Mensch sich das wieder ausgedacht hat? Vlg

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