Urs Rauber / Eufemia

by Manuela Hofstätter on 25. April 2012

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Kugelblitz von Mensch, so nennt Kurt Aeschbacher Eufemia im Vorwort dieses Bändchens und denkt daran zurück, wie er in einer vergangenen Sendung zum Thema «Volldampf» auf diese «atemberaubende» Dame traf. Eufemia die den Bügelweltrekord aufgestellt hat und so ganz und gar nicht ein biederes Hausmütterchen gibt und noch soviel mehr äusserst Erstaunliches auf dem Kasten hat. Schon die Geschichte wie die Costa Ricanerin in die Schweiz gekommen ist, zeigt, dass sie alles andere als gewöhnlich ist und mit ihrem starken Willen viel erreicht. Schliesslich legt die junge Frau einen fleissigen Eifer an den Tag die deutsche Sprache zu erlernen und arbeitet bis heute daran, diese Kenntnisse zu verfeinern. Plötzlich gesellt sich eine neue Leidenschaft ins Leben, natürlich eine, die auch Durchhaltewillen verlangt, was mit dem Jungfrau-Marathon beginnt, findet seine Fortsetzung und Steigerung im Waffenlauf. Aber inzwischen ist Eufemia auch mehrfache Geschäftsfrau, am beeindruckendsten wohl mit ihrer therapeutischen Wohngemeinschaft, welche sie dank einer Erbschaft ihres Mannes als Familienunternehmen gründen konnte. Sinn für Soziales liegt Eufemia am Herzen und da erzählt sie dann auch, dass sie es sinnvoll findet, dass ihre Kinder im Umfeld dieser Wohngemeinschaft gross geworden sind. Mutter ist sie also auch noch! Die Kinder, mittlerweile junge Erwachsene, berichten viel Gutes und bloss, dass es manchmal schwierig war, etwa damit umgehen zu müssen, dass plötzlich wieder jemand Neues in einem Zimmer untergebracht war, denn die Mutter hat gerne auch Randständige aufgelesen und ihnen ein Heim geboten. Eine Freundin fürs Leben ist Eufemia auch wortwörtlich für die Frau geworden, welcher sie spontan und beherzt eine Niere gespendet hat. Ein Übermensch diese Frau denkt man beim Lesen, mögen das die indianischen Wurzeln sein? Froh ist man dann, wenn man auch erfahren darf, dass Eufemia mal was Egoistisches tut, wie etwa sich einer Schönheitsoperation hinzugeben oder auch mal was Schusseliges, wie über eine Speise herfallen, welche sie unter gar keinen Umständen essen dürfte. Eufemia hat viele Seiten, sie ist wahrlich eine Naturgewalt, welche man nicht so schnell wieder vergisst!

Fazit: Eufemia, Powerfrau mit vielen Facetten.
Eigentlich kann ich mit biografischen Texten nicht so viel anfangen, schlicht, weil sie meist von so berühmten Personen handeln, über welche man ohnehin schon so viel weiss. Urs Raubers «Eufemia» ist aber eben erfrischend anders, eine äusserst gelungene Annäherung an eine wahrlich sagenhafte Frau. Man staunt, welcher Wille von dieser Eufemia ausgeht, was diese Frau alles auf die Beine stellt und erreicht, ist umwerfend und faszinierend. Besonders gut gefällt mir auch der feine kritische Ton der auch Platz findet, wenn etwa andere Personen Eufemia beschreiben, wie zum Beispiel ihr garantiert starker Ehemann Martin. Ich habe mich auch gefragt, wie man so vieles schaffen kann, was wohl auf der Strecke geblieben ist, das bleibt unseren Gedanken überlassen. Aber gewiss ist dies ein herrliches Buch und ein anspornendes zugleich, dann die Kraft dieser Eufemia, die wirkt ansteckend!

Meine Wertung: 7/10

Urs Rauber / Eufemia (Indianisches Kraftwerk am Uetliberg)
Verlag: Xanthippe, Seiten: 107

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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