Urs Schaub / Das Gesetz des Wassers

by Manuela Hofstätter on 11. April 2006

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Eigentlich ist Tanner ja beurlaubt, darum hat er auch Zeit für eine aufwändige Spurensuche nach der Geschichte seines verschollenen Grossvaters. Es ist der heisseste Sommer überhaupt, die Menschen schwitzen vor sich hin und haben erstmals aufrichtiges Verständnis, für Länder in welchen eine Siesta eingelegt wird. Tanners Freund, der dicke Kommissar Serge Michel leidet auch deutlich unter der Hitze, aber seinen ständigen Riesenhunger vermag sie dann doch nicht zu schmälern. Leider aber muss Michel an einem Fall arbeiten, welcher doch sehr abstrus ist. In einem kleinen See tauchen erschlagene Kühe auf, allen wurde die Ohrmarke abgeschnitten. Michel ist frustriert, doch da nimmt sein Leben eine herrliche Wendung. Die junge, freche und betörende Claire wird ihm zugeteilt, Claire hat kreative Ideen zur Lösung des Falls aber auch zur Eroberung Michels. Das ungleiche Paar entflammt in Leidenschaft. Inzwischen ist auch Tanners Leben deutlich in Fahrt gekommen, er kann kaum mehr zu seiner Elsie gehen, die im Koma im Spital liegt und welcher er täglich eine Geschichte vorliest. Tanner stolpert über einen alten Jugendfreund und eine alte Bekannte, beide bringen vieles durcheinander und so manche Gefahr mit sich. Plötzlich schwebt Tanner in Lebensgefahr, er ist mitten in die Machenschaften der Japanischen Mafia geraten. Erst stirbt ein Mitarbeiter eines Chemiekonzerns, seine Leiche verschwindet auf kuriose Weise, dann begegnet Tanner der schönen Michiko, diese endet dann aber leider nackt und tot im Brunnen. Tanner findet im Busch bei eben diesem Brunnen eine Stimme, später erfährt er wem sie gehört, nämlich Alois, doch Alois ist in der Psychiatrischen Klinik, wo er immer wieder Aufenthalte hat. Tanner findet Zugang zu diesem sonderbaren Mann, welcher mit den Vögeln sprechen kann und schliesslich kann ihm Alois den Täter einwandfrei zeichnen. Tanner hat noch andere Quellen, welche ihm helfen diesen Fall zu einem guten Ende zu bringen. Da ist etwa Kiharu, zu welcher er eine nie gekannt intensive körperliche und geistige Verbindung eingegangen ist, es ist auch ihre Vermittlung, durch welche Tanner seinen Jugendfreund aus den Händen der Verbrecher retten kann. Zu guter letzt haben Tanner und Michel aber auch in letzter Minute erfasst, dass sie am selben Fall arbeiten und können so das Schlimmste gerade noch verhindern. Die beiden werden sich garantiert wieder eine Menge zu erzählen haben, bei so manchem feinen Essen mit gutem Trank.

Fazit
Urs Schaub ist ein opulenter Erzähler, man muss sich einlassen auf eine neue Art des Lesens und man tut dies sehr gerne. Im 2003 erschien sein erster Kriminalroman “Tanner”, damals schon begann ich diesen Kerl ungemein zu mögen, und hier in dieser zweiten Begegnung mit Tanner, ist man völlig in den Bann geschlagen. Der Fall um die Japanische Mafia ist überzeugend und beängstigend real, krass dagegen die Skurrilität mit diesen toten Kuhleibern im See. Diesen Tanner, uriger Eigenbrödler, aber mit grossem Herz und spontanen berührenden Lösungen, hat man einfach lieb. Zudem schenkt Schaub seinen Lesern selten gute Erotik, welche wohl bei Mann und Frau Hitze im Körper auszulösen vermag. Ich kann nur hoffen, dass ich nicht allzu lange warten muss auf eine neue Begegnung mit Tanner. Brillant!!

Meine Wertung: 9/10

Urs Schaub / Das Gesetz des Wassers
Verlag: Pendo, Seiten: 486

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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