Urs Schaub / Wintertaubertod

by Manuela Hofstätter on 28. Juli 2008

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Simon Tanner geniesst sein Leben im idyllischen Schweizer Dorf in vollen Zügen, aber eines Morgens ist es aus mit der Ruhe, das ganze Dorf ist in Aufruhr. Als alle Katzen verschwanden, herrschte ja schon eine kuriose Stimmung, aber nun sind fast alle Häuser des Dorfes mit seltsamen roten Zeichen beschmiert. Tanner sieht einen grausigen Zusammenhang und mischt sich in die Polizistenarbeit ein, zu Recht, bei der roten Farbe handelt es sich um Blut. Schon ist in Tanner wieder das alte Fieber erwacht, er hilft seinem Freund, dem Kommissar Serge Michel bei den Ermittlungen. Es sind überaus schwierige Ermittlungen, denn es stellt sich heraus, dass so ziemlich jeder Dorfbewohner einen Groll hegt gegen einen anderen. Alte Geschichten köcheln hoch, die Stimmung ist äusserst angespannt. Zwei reizende junge Schwestern eröffnen neben ihrem Einkaufsladen ein Kaffee und wollen so eine Informationszentrale für die Einwohner erschaffen, nebenbei verstehen sie es auch noch äusserst gekonnt, Tanner gehörig den Kopf zu verdrehen. Dabei ist Tanner doch schon völlig durcheinander, denn eine Frau hat es geschafft ihn aus der Trauer um seine geliebte Elsie zu reissen und tiefe Gefühle in ihm geweckt, allerdings hat er ein Zusammenkommen vermasselt. Eigentlich ist ja auch gar keine Zeit da für Liebesangelegenheiten, denn das Dorf hat einen Todesfall zu beklagen und bald schon eine weitere Leiche, allerdings ist diese auf äusserst grausige und brutale Art verstümmelt worden. Immerhin konnten aus den Zeichen Buchstaben herausgelesen werden und Anagramme gelöst werden, allein deren Text ist rätselhaft und bedrohlich, genau wie die weiteren Vorkommnisse im Dorf, Tanner und Michel müssen vorankommen und handeln und zwar schnell.

Fazit
Ein Glück, endlich ein dritter Fall des Autoren Schaub mit seinen Figuren Tanner und Michel. Sprachlich geschliffen und von grandioser Atmosphäre gipfelt der Fall fast im Thriller, dermassen spannend kommt er daher. Aber dann ist da eben dieses bodenständige der Figuren, ein urbaner Schweizer Krimi der seinesgleichen im Heute nur suchen kann. Einzigartig gut!

PS: Einen kurzen Moment lang erinnerte mich Schaubs dritter Krimi an Fred Vargas: “Fliehe weit und schnell” …

Meine Wertung: 8/10

Urs Schaub / Wintertaubertod
Verlag: Pendo, Seiten: 351

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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