Viola di Grado / Siebzig Acryl, dreissig Wolle

by Manuela Hofstätter on 15. November 2012

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Einst war ihre Mutter eine betörende Frau, ihr Aussehen, ihr Flötenspiel, ihr Talent für die Fotografie, sie waren eine feine Familie. Doch jetzt ist sie zu ihrer Mutter gezogen, in ein Loch von Wohnung an der hässlichsten Strasse der Stadt, kein Mensch geht freiwillig in die Christopher Road. Löcher sind das Einzige was ihre Mutter noch interessiert, sie fotografiert welche, starrt auch welche in die Luft, wobei, doch, Alkohol, der ist auch noch vorhanden in neuen “nicht” Leben der Mutter. Alkoholgehalt hat man auch im Blut des Ehemannes und Vaters festgestellt, als er mit seinem Wagen mit seiner Geliebten in ein Loch fuhr, welches dieser beiden Leben beendete. Offenbar finden Mutter wie Tochter den Rank im Leben auch nicht mehr, erst verliert die Mutter die Wörter und spricht schliesslich gar nicht mehr, dann verstummt auch die Tochter. Das Geld für den Lebensunterhalt verdient diese mit Übersetzungen für einen Waschmaschinenhersteller, Übersetzen geht, ohne zu sprechen. “Versichern Sie sich, dass sich kein Tier in der Trommel befindet, bevor sie die Maschine starten”. Im Müll findet die Tochter sonderbar verstümmelte Kleidung, sie zieht sie an, fühlt sich irgendwie richtig darin, plötzlich steht sie im Laden, der solche Kleidung verkauft, bloss sind dort die Teile nicht absonderlich verändert. Der Chinese dieses Ladens wird die Liebe der Tochter, eine grosse, vielleicht die grosse Liebe des Lebens. Sie findet nicht nur ihre Worte wieder, nein, sie beginnt gar, chinesisch zu erlernen. Aber diese Liebe bleibt in einem wichtigen Bereich unerfüllt und genau das lässt die Situation eskalieren und die Tochter sieht sich der Wiederholung einer bekannten schlimmen Geschichte gegenüber. Aber was wird aus der Mutter unterdessen, ist für sie etwa auch alles verloren?

Fazit: Schräg, intensiv und einfach anders!
Diese kuriose Geschichte ergibt in ihrer derben, harten und oft fast verstörenden Sprache einfach etwas ganz Besonderes ab. Plötzlich trifft uns das pure Leben mit voller Wucht. Gewiss ein etwas spezielles und gerade dadurch mir sehr lieb gewordenes Buch!

Meine Wertung: 8/10

Viola di Grado / Siebzig Acryl, dreissig Wolle
Verlag: Luchterhand, Seiten: 256

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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