Vladimir Vertlib / Lucina Binar und die russische Seele

by Manuela Hofstätter on 24. März 2015

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Lucina Binar ist 83 Jahre alt und sich dessen auch voll bewusst, sie bietet dem Leben couragiert ihre Stirn, rechnet aber auch mit Gevatter Tod in ihrem Alltag. Klein beigeben? Nicht Lucina! Dies bemerkt auch der androgyne Jüngling, der an ihrer Haustüre geklingelt hat, um sie zu bitten, die Petition zur Umbenennung ihrer Strasse zu unterschreiben. Die “Grosse Mohrengasse” soll fortan “Grosse Möhrengasse” heissen. Lucina liebt das alte Haus, in welchem sie wohnt und ihre Strasse in Wien, an welcher es steht und damit ist das Thema vom Tisch. Der Jüngling aber, der kehrt zurück in Lucinas Leben, er heisst Moritz und versteht Lucinas Wut auf gewisse Dinge recht gut. Unerfreulicherweise hat die alte Dame nämlich Hunger gelitten, weil ihr Essen auf Rädern nicht geliefert worden ist, die Kundennummer, auf welche sie dann einen Anruf tätigte, endete in einer Umleitung bei einem Callcenter und dort bei einer Frau namens Elisabeth, welche äussert dumm reagierte und keine Hilfe, sondern ein Ärgernis für Lucina war. Moritz will sofort helfen, diese Frau ausfindig zu machen, er hat da so seine Wege und diese führen ihn auch dann zu Lucina, als diese von den neuen Wohnungsbesetzern im Haus ernsthaft bedroht wird und kurz davor steht, von einem jungen Wilden eine reingehauen zu bekommen. Moritz aber verfügt über durchschlagende Kampftechniken und Lucina und Moritz werden Freunde. Im Haus gehen nämlich besorgniserregende Dinge vor und es gilt, beherzt zu handeln. Die Sache mit der Suche nach der unwirschen Elisabeth scheint sich plötzlich auch anzubahnen, diese unsensible Frau soll bei einer Séance eines bekannten russischen Mediums, welches bald in der Nähe auftreten soll, auch zugegen sein. So bleibt es spannend im Haus und im Leben von Lucina. Eine Séance! Das wird sicherlich ein Spass werden!

Vladimir Vertlib / Lucina Binar und die russische Seele

Fazit: Wien, ein altes Haus und eine alte Dame mischen die Szene auf!
Lucina Binar verführt uns in ein szenisches Wien, in ein Wien mit Migrantenproblemen, den äusserst eigenwilligen Lösungen derjenigen und auch allen anderweitig bekümmernswerten Dinge. Dieses Buch ist herrlich verrückt und zaubert uns ein Lächeln, ja zuweilen auch einen veritablen Lachanfall auf unser Gesicht.

Meine Wertung: 7/10

Vladimir Vertlib / Lucina Binar und die russische Seele
Verlag: Deuticke, Seiten: 320

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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