Wolfram Fleischhauer / Das Meer

by Manuela Hofstätter on 20. April 2018

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Render und Teresa sind ein Liebespaar, sie ist für ihn ein unverhofftes Glück nach gescheiterter Ehe, sie haben eine Gemeinsamkeit, ihre Leidenschaft für das Meer. Render bildet die Fischereibeobachterin aus und nun ist Teresa unterwegs auf den Fischfangschiffen im Auftrag der European Fisheries Control Agency mit Sitz in Spanien. Doch dann setzt das Schiff, auf welchem Teresa sich befindet, einen Notruf ab. Frau über Bord! Teresa wird vermisst. Render verfällt in tiefe Trauer, er ahnt ja nicht, dass seine Geliebte lebt und auch nicht, dass sie ein doppeltes Spiel spielt. Ja, Render begegnete einmal Ragna, einer Freundin von Teresa, doch Ragna war für Render nur eine krasse Umweltaktivistin, eine zu krasse. Teresa sah das anders und darum ist sie in die Fänge der asiatischen Fischereimafia geraten, welche ihr Geschäft in ernsthafter Gefahr wähnt. Denn Teresa, wie auch weltweit zahlreiche andere Aktivisten, haben das Gift einer Alge chemisch nachentwickelt und infizieren nun global Fische damit. Wenn der Fischgenuss im Drama endet und beinahe tödlich ausgeht, aber darüber hinaus noch eine lebenslängliche Unverträglichkeit für Fischkonsum für die Betroffenen bedeutet, dann ist dies tatsächlich eine ernst zu nehmende Bedrohung für eine immense Branche, die Fischerei. Ragna trauert um ihre Freundin Teresa, zugleich muss der Kampf gegen die sich in asiatischer Hand befindliche Fischereimafia weitergehen. Ragnas Vater ist auch ein Geschäftsmann, der in dieser Branche sein Geld verdient, der Kontakt zwischen Vater und Tochter ist schon lange abgebrochen, denn Ragna sieht in ihrem Vater nur einen Verbrecher. Aber ein Vater ist eben ein Vater, und so versucht er seine Tochter aus der Schusslinie zu bringen und legt sich mit der Mafia an. Adrian ist die Geheimwaffe von Ragnas Vater, er war Ragnas Jugendliebe und ist nun als Übersetzer tätig. Adrian merkt erst in Burma, dass sein Auftrag wenig mit seinem Beruf zu tun hat, er hat Ragna schon einmal vor einer Dummheit bewahrt, schafft er dies erneut, empfindet er immer noch viel für seine alte Liebe? Teresa wähnt sich nach langer Folter und Gefangenschaft in Freiheit, aber erreicht sie ihre Lieben, ist sie wirklich frei?

Fazit: Ökozid und die Menschheit schaut weg!
Ich gebe zu, ich esse auch gerne Fisch und auch anderweitig bin ich allen kulinarischen Genüssen sehr zugetan. Aber hat dieser Roman wie andere zuvor mein Verhalten ein wenig korrigiert? Nein, dieses Buch macht die Menschheit nicht besser, wir sind einfach zu viele und wir verschlingen zu vieles. Aber ich schätze es eben, wenn die Literatur auch das Thema Umweltschutz aufgreift und Herr Fleischhauer ist dies, wie ich finde, auf beeindruckendste Art und Weise gelungen. Das Meer ist geschädigt, aber das Ausmass dessen, was wir mit unserer Erde und ihren Ressourcen anrichten, das ist wirklich unbeschreiblich schlimm, es ist also immerhin ein kleines Zeichen, das ein solches Buch setzt und das ist schon mehr als die meisten von uns jemals tun. Ein spannender Roman, vielmehr Krimi, mit hohem Wellengang!

Meine Wertung: 8/10

Wolfram Fleischhauer / Das Meer
Verlag: Droemer, Seiten: 448

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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