Xavier Bosch / Jemand wie du

by Manuela Hofstätter on 14. März 2018

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Gina muss in Barcelona bereits als neunjähriges Mädchen ihre Mutter verlieren und alleine mit ihrem Vater Manuel gross werden. Manuel tut alles für seine Tochter, doch die junge Studentin Gina hat einen unstillbaren Lebenshunger, welcher immer mehr mit des Vaters Meinungen kollidiert. Als Manuel dann einen nackten Jüngling unter dem Bett seiner Tochter hervorzerrt und ihn des Hauses verweist, da nimmt Gina Reissaus. Aber bevor sie in eine muffige Wohngemeinschaft zieht, schenkt ihr der Zufall noch eine Reise nach Salou. Ein älterer aber äusserst attraktiver Mann begegnet Gina vor ihrem Haus und sucht nach Paulina, Ginas Mutter. Er hat eine Visitenkarte in einem Buch gefunden und nun den Weg aus London unter die Füsse genommen, um diese Paulina zu suchen. Die Tage mit dem älteren, erfahrenen Liebhaber in Salou werden ein schönes Abenteuer für Gina, welches aber ihrerseits beendet wird. Zurück bleibt der walisische Buschauffeur mit seiner Geschichte, seiner Leidenschaft fürs Lesen und dem Abenteuer seines Lebens. Gina aber verspürt eine ungeheure Sehnsucht nach ihrer Mutter Paulina, Manuel ist nicht bereit, seiner Tochter mehr zu erzählen als das, was Gina weiss, sie waren eine glückliche Familie und damit Punkt. Doch dann forscht Gina nach und kommt der absoluten Liebesgeschichte im Leben ihrer Mutter auf die Spur. Alles begann mit einer Reise nach Paris, die junge Paulina liess die kleine Tochter Gina beim Vater, ohnehin fand sie, dieser müsse eine innigere Bindung zu seinem Kind aufbauen und es blieb ihr ja keine andere Wahl, da ihr Mann partout nicht an die Hochzeit der Cousine von Paulina nach Paris fliegen wollte. Paulina aber liebte Ihre Cousine wie eine Schwester und freute sich auf eine schöne Feier und die Tage in Paris. Was in Paris geschah, das hiess Liebe, Jean-Pierre und Paulina begegneten einander und verbrachten die fünf schönsten Tage ihres Lebens miteinander. Doch Pauline kehrte zurück in ihr Familienleben, warum nur? Gina forscht und forscht immer weiter, bis sie schliesslich vor der Galerie in Paris steht, der Galerie von Jean-Pierre Zanardi, der aber mittlerweile im Ruhestand weilt. Immerhin, Gina hat seine Adresse und nach sechs Stunden Autofahrt klingelt sie am Haus am Meer und steht vor dem Mann, der das Leben ihrer Mutter erfüllt hat. Gina und Jean-Pierre ahnen beide noch nicht, dass sie nun in ihren Gesprächen einander noch mehr Erfüllung schenken werden.

Fazit: Die Liebe zu Büchern und das Glück der wahren Liebe.
“Ich habe das Gefühl, dass BücherLesen die einzige Art ist, der Fantasie ein bisschen freien Lauf zu lassen”. Dieser schöne Satz steht in diesem Roman gemeinsam mit vielen weiteren leidenschaftlichen Aussagen rund um die Liebe zum Lesen, zu den Büchern und der Kraft, die nur von einer grossen Liebe ausgehen kann. Die Lebensgeschichten der Protagonisten in diesem Roman funkeln und zeugen vom prallen Leben mit all seiner Willkür. Doch die Liebe und die Geschichte von Jean-Pierre und Paulina ist so klar und ergreifend, sie erwärmt das Herz und hat eine Schönheit, dass man gerne ein wenig weinen mag beim Lesen. Tatsächlich eine passende Lektüre für den Frühling.

Meine Wertung: 8/10

Xavier Bosch / Jemand wie du
Übersetzung aus dem Katalanischen von Petra Zickmann
Verlag: Thiele, Seiten: 320

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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