Yael Hedaya / Die Sache mit dem Glück

by Manuela Hofstätter on 1. September 2006

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Mira ist bereits einunddreissig Jahre alt und noch immer nicht verheiratet. Zahlreiche Versuche ihrer Familie sie an den Mann zu bringen, schlugen fehl. Als nun Matti an ihre Türe klopft ist sie völlig gefühllos. Matti, ein Mann ihres Alters, welcher im Liebeskummer versinkt, denn seine minderjährige Geliebte hat ihn verlassen. Matti und Mira heiraten, mit in ihren Alltag zieht auch das Gespenst Alonas, die Geliebte von damals ist in Mattis Herz und die Ehe der beiden ist kalt und leidenschafts- aber nicht kinderlos. Gleich zwei Söhne haben Matti und Mira, diesen schenkt Matti seine Liebe, besonders dem Erstgeborenen. Plötzlich aber erkrankt Matti, es ist ein Tumor im Hirn, die Ärzte versuchen es mit diplomatischen Worten, doch Mira ist klar, das Ende naht, Mattis Ende. Doch das Leben wird unerträglich für Mira und nur dank ihrer Mutter steht sie alles durch. Sie pflegt diesen Mann, der ihr doch nie sein Herz schenkte, sie weint und weint, aber warum, das ist eine andere Frage. Nun sind sie schon bei Windeln angelangt, Matti kann ein Auge nicht mehr öffnen, es wird zu viel, für Mira ihre Mutter und vor allem auch für die beiden Kinder. Matti kommt ins Hospiz, soll Mira wirklich ein schlechtes Gewissen haben… Seit einer Woche ist sie auch jeden Tag dort, Alona, die junge Frau schleicht sich auf dem Gang rum, Mira registriert es, aller Hass verblasst, eigentlich siegt die Neugierde und sogar das Mitleid in ihrem Herzen. Die beiden Frauen sprechen sich an, Alona möchte gerne Matti noch einmal sehen, schafft es aber nicht, zumindest nicht ohne Miras Hilfe… Die beiden Frauen mögen sich, es stellt sich nur die Frage, ob sie eine Freundschaft über Mattis Tod hinaus aufbauen könnten.

Fazit
Beeindruckend was man hier von der israelischen Autorin zu Lesen bekommt. Die Sache mit dem Glück erscheint uns besonders am Schluss gar nicht mehr einfach zu beantworten. Wir hören sowohl was sich die beiden Frauen sagen, als aber auch parallel dazu was sie jeweils denken. Eigentlich sind sie sich, so verschieden, doch auch so ähnlich, denn Jede suchte eigentlich etwas, dachte, die Andere hätte es gefunden und täuscht sich aber derartig.

Meine Wertung: 6/10

Yael Hedaya / Die Sache mit dem Glück
Verlag: Diogenes, Seiten: 159

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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