Zsuzsa Bánk / Die hellen Tage

by Manuela Hofstätter on 21. Februar 2011

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Es ist eine Kinderfreundschaft wie aus dem Bilderbuch, im idyllischen Kleinstädtchen Kirschblüte wachsen Aja, Seri und Karl eng verbunden miteinander auf. Es ist eine innige Zeit und auch wenn die drei Kinder gewiss alle eine jeweils sehr spezielle Familiengeschichte aufweisen, es ist doch eine glückliche Kindheit. Es sind vorwiegend die Mütter, welche für diese Kinder kämpfen und sie lieben, selbst wenn das Leben mit viel Leid dagegenhält. Karls Vater spricht nicht mehr und er wohnt auch nicht mehr im selben Haus wie Karl und dessen Mutter, das ist so, seit Karls kleiner Bruder Ben in einen fremden Wagen eingestiegen ist und nie mehr gesehen wurde. Seri musste ihren Vater bereits als Baby durch einen Herzinfarkt verlieren und Aja, Aja kann ihren Vater Sigi, den Zirkusartisten anhimmeln, aber eben immer nur etwa für einen Monat im Jahr. Aber Ajas Mutter Evi, setzt alles in ihrem Leben daran, dass die Dinge wieder ins Lot kommen, unermüdlich ist sie und immer voller Liebe, ihr schräges Haus am Stadtrand unter vielen Bäumen wird für die Kinder aber auch für viele andere Menschen zum kleinen Paradies, in welchem immer wieder Wunder passieren. So werden Kar, Seri und Aja gross, aber niemals verlieren sie sich aus den Augen. Als sie als junge Erwachsene sogar gemeinsam im Rom leben, holt das Leben der Erwachsenen sie langsam ein, es eröffnen sich Wahrheiten, es gilt Hürden gemeinsam zu überwinden und es gilt neue Wege zu finden und die Verbundenheit der Kindheit zu retten.

Fazit
Ein fantastischer Roman, ein Stück paradiesische Kindheit, ganz ohne Kitsch wird uns erzählt, so dass wir wehmütig werden und hoffen, dass es doch noch wahre Freundschaft gibt. So sind es auch leise, langsame Töne und Taten welche die Protagonisten ihre persönlichen Lebensschicksale überwinden lassen und es sind starke Frauen und richtige Mütter, welche lieben und einfach nur lieben um ihren Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen. Diese Geschichte ist etwas Kostbares, es geht eine intensive Schönheit aus ihr hervor, welche man im Herzen bewahrt. Ach, gäbe es mehr «Evis» im Leben, lest selber, dann wisst ihr was ich meine! (Einzig ein paar Längen des Romans und die Wiederholung der Worte des Titels bemängele ich… aber eigentlich nicht ernsthaft.)

Meine Wertung: 9/10

Zsuzsa Bánk / Die hellen Tage
Verlag: S. Fischer, Seiten: 541

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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{ 3 comments… read them below or add one }

1 Jarg Oktober 25, 2011 um 10:56

Zsuzsa Bánks “Die hellen Tage” ist wirklich ein wunderbares Buch, dass man nicht so schnell vergisst! Und Kompliment zum Lesefieber-Blog: sehr schön, viele Leseanregungen!! Grüsse von Jarg

2 Atalante Februar 17, 2012 um 12:25

Dieser wunderbare Roman war eines meiner Lieblingsbücher im letzten Jahr.

Dein wunderbares Bücherblog habe ich erst heute entdeckt und schon viele Tipps notiert, stets auf der Jagd nach neuer Lektüre für unseren Lesekreis.

Freundliche Grüße,
Atalante

3 Jarg Februar 17, 2012 um 20:45

Oh, danke für das Kompliment! Und Zsusza Bank war wirklich ein Leseerlebnis.
Lesekreis? Habe ich auch einen … muss man immer füttern mit Lesestoff, so einen hungrigen Kreis. Kenn ich.
Schöne Grüsse in die Schweiz aus der norddeutschen Tiefebene von
Jarg

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