Zum Schweizer Buchpreis 2019

by Manuela Hofstätter on 9. November 2019

Alle fragen mich, was ich denn denke, wer am Sonntag den Schweizer Buchpreis gewinnen wird. Tatsächlich habe ich noch in keinem anderen Jahr seit ich den Preis begleiten darf dermassen viele Gespräche über die nominierten Bücher geführt, das spricht für diesen Jahrgang, diese Auswahl und eben dafür, dass es alles preis- und lesewürdige Bücher sind. Sogar in Lesekreisen werden die Nominierten gelesen, hat man mir mehrfach zugetragen und auch im Lesekreis, in welchem ich mit von der Partie bin, werden wir über eines dieser Bücher sprechen. Was ich sehr bedaure, ist, dass ich es nicht geschafft habe, mich mit dem anderen Partnerblog, also dem Mann dahinter, zu treffen, verzeih Gallus. Ich hoffe, wir dürfen diese Arbeit auch im nächsten Jahr machen, dann wird es bestimmt klappen. Ich wollte in Bern bei der legendären Nacht der B-Lesenen auf die nominierten Autorinnen und den Autor treffen, doch diese wurde ja abgesagt, was mich mit einer grossen Enttäuschung und starkem Unmut erfüllt. Die Berner Buchhandlungen haben mit diesem Format einen einzigartigen Event etabliert, es befremdet mich, wird Bern nicht geehrt und lässt man einen solchen Termin einfach sausen. Bern ist nicht Frankfurt, aber Bern ist viel mehr und Bern ist der Schweizer Buchpreis, aber ich mag nicht noch mehr Worte des Frustes hier breitschlagen, zumal ich die genauen Hintergründe nicht kenne und nur hoffen kann, im nächsten Jahr den Anlass, der immer ein volles Haus hatte, besuchen zu können.

Also, ich tippe am Sonntag auf Frau Berg. Im Wissen, dass man es nie wissen kann. Seit ich auch in Buchpreis-Jurys und der Literaturkommission tätig bin, ist es mir noch weitaus bewusster, wie intensiv diese Arbeit ist und wie beweglich Entscheide bis zum Ende hin noch bleiben. Eine Jury ist ein faszinierendes, unberechenbares Organ, eines, das mit viel Leidenschaft und Arbeit einsteht für das beste im Leben, gute Literatur.

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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