Schweizer Buchpreis 2017

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Die Nominierten für den Schweizer Buchpreis 2017

19 September 2017

Jetzt ist bekannt, wer die Nominierten sind, wie sie sich wohl fühlen mögen? Persönlich muss ich unumwunden eingestehen, diese Mischung dieses Jahr, die gefällt mir doch enorm gut. Ich wage sogar zu sagen, das ist eine gewagte, gekonnte und brisante Auswahl, welche die Juroren da getroffen haben, wahrlich ein grosser Jahrgang, ein Grand Cru, jubiläumswürdig! Jawohl, es wird gefeiert dieses Jahr, 10 Jahre Schweizer Buchpreis!

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Nominiert: Julia Weber / Immer ist alles schön

19 September 2017

Die Mutter sagt, das Leben sei eine Wucht, und dass sie gerne noch ein Glas Wein hätte, denn es sei nicht einfach, so ein Leben zu leben. Sie braucht den Alkohol, um ihre Traurigkeit zu betäuben. Ihre Kinder Anais und Bruno versuchen, sich und die Mutter vor der Aussenwelt zu schützen. Einmal gesteht die Mutter: «Ich kann nicht mehr.» Und Anais erwidert: «Ich kann noch viel mehr nicht mehr.» Mit grosser Sogkraft lässt Julia Weber die 14-Jährige in einer unverstellten Sprache fröhlich-traurig aus dem Alltag zweier vernachlässigter Kinder erzählen, die sich gegen ihr Unglück auflehnen.

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Nominiert: Jonas Lüscher / Kraft

19 September 2017

Richard Kraft, ein neoliberaler Rhetorikprofessor in Tübingen, ist unglücklich verheiratet und finanziell gebeutelt. Die wissenschaftliche Preisfrage eines Silicon Valley-Milliardärs, weshalb alles, was ist, gut ist und wir es dennoch verbessern können, scheint der Ausweg aus seiner Misere zu sein. Jonas Lüscher erzählt klug, komisch und mit einer erfrischenden Bösartigkeit nicht nur von einem Mann, der vor den Trümmern seines Lebens steht und versucht, sich mit dem Preisgeld von einer Million Dollar freizukaufen, sondern auch von den grossen ideologischen Auseinandersetzungen unserer Zeit.

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Nominiert: Lukas Holliger / Das kürzere Leben des Klaus Halm

19 September 2017

Ein arbeitsloser Filmvorführer verlässt seine Wohnung in Basel nur noch selten. Eines Tages fällt ihm im Tram ein Mann ins Auge, den er verfolgt und minutiös beobachtet: Klaus Halm. Dieser wirkt wie sein exaktes Gegenbild und hat scheinbar alles, was dem Erzähler fehlt: Frau und Kind, Erfolg und Anerkennung. Überraschend und gekonnt verschränkt Lukas Holliger die beiden Leben miteinander. Und am Ende ist sich nicht nur der grenzenlos zynische Ich-Erzähler unsicher, wer hier eigentlich wessen Leben lebt.

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Nominiert: Urs Faes / Halt auf Verlangen. Ein Fahrtenbuch

19 September 2017

«Siebzehn Stationen von Kronenstrasse bis Balgrist, laut Fahrplan siebenundzwanzig Minuten Fahrt» – auf dem täglichen Weg in die Klinik versucht Urs Faes aufzuschreiben, was ihm geschieht: die Müdigkeit nach der Bestrahlung, die Erinnerung an seine Kindheit, die Angst. «Halt auf Verlangen» ist das bisher wohl intimste Buch von Urs Faes, eine fragmentarische Autobiografie in der gewohnt dichten, poetischen Sprache, ein eindringlicher Krankheitsbericht und eine Hommage an das Schreiben.

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Nominiert: Martina Clavadetscher / Knochenlieder

19 September 2017

«Knochenlieder» erzählt die Geschichte von vier Aussteigerfamilien: zunächst von deren Leben in einer kommunenartigen, abgeschotteten Siedlung mit eigenen Regeln und vielen Geheimnissen, danach – rund 20 Jahre später – in einer Stadt mit totaler Überwachung und Stacheldraht-Zäunen. Martina Clavadetscher beschreibt mal mit Märchenmotiven, mal mit Hacker- Vokabular eine Welt im Ausnahmezustand. In einer knappen, bildstarken Sprache skizziert sie einen beklemmenden und überraschend aktuellen Gesellschaftsentwurf.

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Zehnter Schweizer Buchpreis 2017

6 September 2017

Für die Jubiläumsausgabe des Schweizer Buchpreises wurden bis zum Anmeldeschluss von 53 Verlagen insgesamt 78 Titel eingereicht. 33 der teilnehmenden Verlage kommen aus der Schweiz, 16 aus Deutschland und 4 aus Österreich. Von den eingereichten Titeln stammen 45 aus dem Frühjahrsprogramm, 22 werden im Herbst erscheinen und 10 sind bereits seit vergangenem Herbst auf dem Markt.