Holzzeit

by Manuela Hofstätter on 5. Oktober 2011

«Holzzeit – so nannte man in Buchhaim die beschaulichen Stunden des Abends, den behaglichen Ausklang des buchhändlerischen und literarischen Treibens des Tages. Wenn dicke Holzbalken in die Kamine gelegt und Pfeifen entzündet wurden, wenn blutschwere Weine ihre Aromen in den dickbäuchigen Gläsern entfalteten und die Meisterleser ihre Veranstaltungen begannen: dann war Holzzeit. Dann knisterten und knackten die Scheite im Feuer, und gelber Schein erfüllte die Lesezimmer. Alte Folianten und druckfrische Erstausgaben wurden geöffnet und die Zuhörer rückten näher, um Bewährtes oder Gewagtes, Essay oder Novelle, Romanausschnitt oder Briefwechsel, Lyrik oder Prosa vorgetragen zu bekommen. Holzzeit war die Zeit, in der sich der Körper zur Ruhe begab und der Geist erst richtig erwachte, in der die Phantome der Dichtkunst aus dem Papier stiegen und um die Köpfe der Hörer und Leser tanzten.»

Hildegunst von Mythenmetz / Stadt der Träumenden Bücher

Heute ist es soweit! Walter Moers hat ein weiteres Meisterwerk von Hildegunst von Mythenmetz übersetzt: Das Labyrinth der Träumenden Bücher. In diesem Sinne: Holzzeit!

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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1 Marc Oktober 24, 2011 um 18:06 Uhr

Danke für den Tipp. Freue mich schon wieder darauf, im Tram Moers zu lesen, mir ein Lacher rausplatzt und die Leute verstohlen in mein Buch schielen und das Bild eines Lindwurms mit Fahrradglocke auf der Nase sehen.
BTW: Alle meine Moers-Bücher sind seit Jahren beim Sohn eines Freundes von mir. Er hat sie alle schon mehrmals gelesen und es ist verflixt schwierig die Bücher wieder zurückzubekommen :-)

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