Mein Wunder

by Manuela Hofstätter on 28. September 2008

Mein Wunder
(Die versprochene Geschichte zur Buchbesprechung: Benjamin Piff und die Magie der Wünsche von Jason Lethcoe)

Liebe Freunde von lesefieber.ch,

hier kommt die Geschichte eines Wunders. Anfangs dieses Jahres habe ich Euch ja versprochen, dass bei lesefieber viel passieren wird, aber es geschah dann nicht wirklich mehr auf dieser Page. Aber im Leben von meinem Mann und mir wurde alles auf den Kopf gestellt, als wir im Januar völlig verdattert auf die zwei rosa Streifen starrten, so schnell sollten wir eine Familie werden? Heftiges Bauchweh machte mir dann erstmals Panik, ich würde doch nicht das kleine Etwas das da im Werden begann gleich wieder verlieren? Nein, alles war gut, ich musste auch kein einziges Mal erbrechen, und abgesehen von einer bleiernen Müdigkeit und einem kurzen Hinkegang durch einen eingeklemmten Nerv, war alles in Ordnung. Allerdings im 7. Monat wollte da schon jemand in unsere Welt kommen, das hiess Massnahmen ergreifen, eine davon war, sofort mit der Arbeit aufzuhören. Ich fand das gar nicht so lustig, doch bald genoss ich die Zeit und freute mich über jede Woche mehr, in der mein Bauch sein Wunder noch für sich behielt. Es war eben für uns als Paar eine etwas traurige Zeit, wir mussten erfahren, dass die Leukämie bei der Mutter meines Mannes wieder ausgebrochen war, vielleicht wollte unser Kind die Oma einfach sofort sehen. Inzwischen war ich im 9. Monat, eine Woche noch bis zum errechneten Termin, die “beinahe” Oma sollte nun bald in die Isolierstation im Spital kommen, ich wollte ihr doch einfach ihrem Enkel zuerst noch vorstellen, sie hat ihm schon so viel Schönes genäht und geschenkt. In diesen Tagen las ich das wundervolle Buch von Jason Lethcoe und wünschte mir selber nichts inniger als dass unser Kind doch kommen möge, um dies bat ich es auch ganz lieb immer wieder. So, nun sass ich also am Computer, mitten in der Buchbesprechung, die Arztkontrolle am Morgen ergab, dass ich ganz leichte Wehen habe und in zwei Tagen wieder zur Kontrolle kommen müsse, doch dann konnte ich den Text nicht mehr fertig schreiben. Eine freudige Unruhe ergriff Besitz von mir, ich konnte nicht mehr stillsitzen, gar liegen oder ruhig sein, alleine noch im Kreis gehen war erträglich. Auf wunderbare Weise, ahnte auch mein Mann an diesem Tag etwas, er kam früh heim. Eine Freundin rief mich an, und beruhigte mich beim herumtigern, bis sie wusste, dass mein Lukas daheim angekommen war, sie war quasi meine erste Hebamme. Ja, bald waren wir im Spital und es folgte eine zügige aber unglaublich schöne und eben wundervolle Geburt von dir Timm. Einen Tag später lagst du in den Armen deiner Grosseltern, was für ein Geschenk! Nun liegt unser Timm in unseren Armen und hält die Eltern ganz schön auf Trab, die Oma liegt auch und zwar jetzt auf der Isolierstation. Aber sie ist eine der stärksten Frauen, die mir je begegnet ist und sie hat viele Bilder von Timm bei sich und ein Ziel, sie will Timm hüten, ihn wachsen und gedeihen sehen, darauf freut sich auch der stolze Opa. Der Opa, der ist nämlich auch wunderbar und steht seiner Frau Tag für Tag bei. Wir tun dies auch ganz fest in Gedanken und ich bin mir sicher, wir dürfen noch mehr Wunder erleben in der nächsten Zeit. So, liebe Leser, ganz viele Wunderwörter und ganz gewiss kein geschliffener Text, die Mutterhormone machen wirklich ziemlich dusselig. Doch ich habe Euch teilhaben lassen am Besten, was mir im Leben passieren konnte und ich wünsche Allen, dass sie an die kleinen und grossen Wunder im Leben glauben können, auch in dünkleren Momenten. Alles Liebe

Eure Manu

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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