Neujahrswünsche 2012

by Manuela Hofstätter on 30. Dezember 2011

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Das Buch ist ein beliebtes Geschenk, besonders auch zu Weihnachten werden Bücher zahlreich verschenkt. Wird ein Buch in der Buchhandlung gekauft, durfte die Buchhändlerin oft helfen und aus ihrem fundierten Wissen und aus einem herrlich breiten und tiefen Büchersortiment schöpfen, um gute Tipps an die Kundschaft weitergeben zu können. Ich konnte selbst so manches Buch verpacken und das Wissen, wie diese Bücher auf Reisen gehen dürfen, manchmal gar in ferne Länder, dies beflügelt mich jedes Jahr von Neuem. In der Altjahreswoche ist dann oft eine Kundschaft in der Buchhandlung, welche bereits freudig Lesestoff holt mit den Büchergutscheinen, welche unter dem Weihnachtsbaum lagen. Es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich sehe, dass unsere Branche einen Gutschein zur Verfügung stellt, welchen man im ganzen Land einlösen kann, eben in jeder guten Buchhandlung, das ist doch schlicht ein geniales Angebot!

In diesen Tagen kommen auch einige Leute vorbei um ein Buch umzutauschen, wir tauschen alle Lagertitel völlig problemlos um und empfehlen gerne etwas anderes. Eine schöne Erinnerung zum Thema Umtausch ist diejenige eines Stammkunden-Ehepaares, von welchem der Mann dann «Alte Liebe» von Elke Heidenreich zurückbrachte, aus dem wundervollen Grund der Tatsache, dass sich dieses Paar gegenseitig exakt dasselbe Buch geschenkt hat. Das vergesse ich nicht so schnell wieder, das war so herrlich! Natürlich gibt es auch anstrengendere Szenarien bei Umtauschen, aber da gibt man einfach sein Bestes. Ich habe mir dieses Jahr besonders Gedanken über meinen Beruf gemacht, schliesslich ist es das Jahr, in welchem so viele Leute wie selten über den Beruf der Buchhändlerin diskutieren und sehr vieles über unsere Branche zu wissen scheinen. Einerseits freut mich das ungemein, denn es steckt so vieles mehr in uns Bücherleuten drin, als die meisten meinen. Es gibt immer noch Leute, die nicht wissen, dass Buchhändlerin ein Beruf ist. Aber es stimmt mich auch nachdenklich, dass man ausgerechnet unsere Branche in ein falsches Licht stellt und uns unsere wertvolle Sortimentsgestaltung gefährden will.

Wie die Fakten sind, das kann man nachlesen, aber ich möchte diese nicht auch noch darstellen, lieber erzähle ich noch einen Schwank aus meinem Berufsalltag. Immer wieder werde ich gefragt, direkt in der Buchhandlung aber auch im privaten Alltag, wann ich denn bloss die Zeit finde, dermassen viel zu lesen. Diese Frage finde ich spannend, witzig aber finde ich, dass man immer wieder mal glaubt, dass ich in der Buchhandlung lese, exakter, in der Arbeitszeit. Hui, ich kann allen garantieren, wenn mir die Lesestunden als Arbeitsstunden ausbezahlt werden würden, dann wäre ich sehr wohlhabend. Also, ich lese in jeder freien Minute, meist abends im Bett und in den Mittagspausen. Eine kleine Abrechnung für eine unterdurchschnittliche Lesewoche will ich nun aber einmal aufstellen. Ich lese jeden Tag mindestens eine Stunde, an Wochenendtagen mindestens zwei Stunden und wenn ich einen Spitzentag habe auch mal fünf Stunden. Ich zähle nun eine Woche mit nur einem Spitzentag zusammen, solche Wochen gibt es, wenn die Kinder krank sind zum Beispiel, aber selbst in so einer Woche komme ich auf mindestens dreizehn Stunden Lesezeit. So, nun darf ich noch behaupten, dass meine Lesezeit pro Woche meist viel höher ausfällt und jedermann kann sich ausrechnen, wenn er Lust hat, was ich da noch so zusätzlich verdienen könnte, wenn denn Lesezeit gleich Arbeitszeit wäre. Ich rechne lieber nicht weiter, und dies nur nicht, weil ich dann weiterrechne, wie viele Bücher ich mir dann mit diesem Geld kaufen würde. Ich finde es völlig in Ordnung, so wie es ist, schliesslich ist Lesen ja meine Passion, aber das Beispiel fand ich jetzt mal neckisch und es ist doch ein bisschen beeindruckend hoffe ich. Ohne jammern zu wollen sei noch gesagt, dass ich als Buchhändlerin nicht eben ein hohes Honorar verdiene, auch das geht für mich in Ordnung, ich habe schhliesslich den schönsten Beruf der Welt. Ich wünsche allen ein frohes Neues Jahr, eines, in welchem die guten Nachrichten im Leben überwiegen und natürlich wünsche ich allen richtig guten Lesestoff. Nun aber werde ich doch noch waghalsig: Erfülle man mir meinen Wunsch fürs neue Jahr und stimme im März beherzt «Ja zur Buchpreisbindung»! Mit herzlichen Grüssen und auf Weiterlesen…

Eure Buchhändlerin
Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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