Gastbesprechung zum Roman von Lukas Holliger / Das kürzere Leben des Klaus Halm

by Manuela Hofstätter on 9. November 2017

Hier die Gastbesprechung des jungen Bloggers Josia Jourdan. Ich habe ihn sicherlich ein wenig überfordert mit diesem Werk von Lukas Holliger, aber ich finde es sehr spannend und gekonnt, wie er sich äussert über die Liebe und alles. Ich werde in ein paar Jahren dann noch einmal mit ihm darüber sprechen. Chapeau, dass er diesen Roman gelesen hat!

Josia Jourdan – http://josiajourdan.ch

Klappentext: Ein arbeitsloser Filmvorführer verschanzt sich in seiner Wohnung in Basel. Nur das Arbeitsamt oder die Einsamkeit treiben ihn aus dem Haus. Eines Tages fällt ihm ein Mann ins Auge, den er von nun an verfolgt: Klaus Halm. Dieser wirkt bei aller Unscheinbarkeit wie sein exaktes Gegenbild, denn mit Frau, Kind und Arbeit hat er alles, was dem Erzähler fehlt. Immer weiter versenkt er sich in das minuziös beobachtete Leben des Klaus Halm, und am Ende ist sich nicht nur der Erzähler unsicher, wer hier eigentlich wessen Leben lebt.

Rezension: Lukas Hollinger erzählt uns die Geschichte eines Arbeitslosen Filmvorführer und dieser wiederum erzählt uns die Geschichte von Klaus Halm. Die Erzählweise des Autors ist interessant gewählt, aber das ist auch wirklich das einzige Interessante auf den ersten zweihundert Seiten. Halms Leben langweilte mich und wenn der Autor nicht so gut schreiben würde, hätte ich das Buch wohl weg gelegt. Der Protagonist Klaus Halm war mir auch nicht gerade sympathisch. Obwohl sein Leben ziemlich gut zu laufen schien, betrog er seine Frau mit Yvonne, einer Französischlehrerin. Für mich nicht wirklich nachvollziehbar, warum er ein Doppelleben führt und trotz Kind und Ehefrau sein gesamtes Leben hinwirft. Seine Frau scheint sich auch nicht wirklich um die Ehe zu kümmern. Ist das authentisch? Die Handlung an sich empfand ich als ebenso seltsam und ich weiss bis jetzt nicht, warum das Buch dreihundert Seiten hat. Erst ab Seite zweihundert wurde das Buch einigermassen spannend und das Lesen hat Spass gemacht. Und das soll für den Schweizer Buchpreis nominiert sein?

Fazit: Lukas Hollingers Buch überzeugte mich leider nicht wirklich. Es fehlte an Inhalt und der vorhandene wirkte auf mich so seltsam und authentisch, dass ich kaum Freude beim Lesen hatte. Mit Halm habe ich mich übers gesamte Buch nicht wirklich wohlgefühlt und seine Reaktionen auf gewisse Situationen konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen, genauso wenig wie sein Fremdgehen. Liegt es daran, dass ich nicht zur Zielgruppe des Buches gehöre? Ich hoffe nicht, denn ich hoffe für mich und mein Leben, dass ich nie nachvollziehen kann, wie man seine Frau und sein Kind für eine andere Frau hintergehen kann. Abgesehen davon gefällt mir die Erzählweise des Autors sehr und auch sein Schreibstil hat mir geholfen, dass ich das Buch trotz allem beendet habe. Ebenso die letzten hundert Seiten, welche mich mit dem spannenden Ende doch noch ein wenig packen konnten. Ich verstehe nicht, warum dieses Buch für den Schweizer Buchpreis nominiert wurde. Aber meine Meinung zählt hier wohl nicht. Ich kann dem Buch nur 2 von 5 Sterne geben.

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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