Die Nominierten für den Schweizer Buchpreis 2019

by Manuela Hofstätter on 17. September 2019

Für den Schweizer Buchpreis 2019 hat die Jury 71 Titel aus 45 Verlagen geprüft. Der Jurysprecher Manfred Papst sagt zur Wahl: “Die Bandbreite an Themen und Herangehensweisen war gross, und es gab viele interessante junge Stimmen. Die Jury hat sich für fünf eigenwillige und überraschende Texte entschieden”.

Nominiert für den Schweizer Buchpreis 2019 sind folgende fünf Bücher:

Sibylle Berg / «GRM.Brainfuck» (Kiepenhauer & Witsch)
Simone Lappert / Der Sprung (Diogenes)
Tabea Steiner / Balg (edition bücherlese)
Alain Claude Sulzer / Unhaltbare Zustände (Galiani)
Ivna Ži / Die Nachkommende (Matthes & Seitz)

Trommelwirbel und Paukenschlag, jetzt sind die fünf nominierten Titel da, jetzt kann diskutiert werden über Literatur, über diese Auswahl der Jury und darauf freue ich mich wie noch selten.

Die Jury hat meiner Meinung nach eine mutige, eben unabhängige und äusserst erfrischende Auswahl getroffen. Frauenpower, das dachte ich als erstes und sogleich auch, das gibt’s doch gar nicht, vier herausragende Bücher von vier herausragenden Autorinnen in der Nomination zu haben. Doch, es ist so und ich habe ein einziges dieser Werke erst gelesen, “Balg” von Tabea Steiner. “GRM” von Sibylle Berg liegt genauso wie der “Der Sprung” von Simone Lappert auf meinem Stapel derjenigen Bücher, auf die ich mich so richtig freue. “Die Nachkommende” von Ivna Žic, ist für mich eine Überraschung, ich habe von diesem Titel nichts gehört und gesehen bis hierhin, doch dieses Debüt klingt interessant. Zu vier starken Frauen gesellt sich dann noch ein Mann, Alain Claude Sulzer mit “Unhaltbare Zustände”, auf diesen Lesegenuss freue ich mich auch, ein sicherer Wert, um die Männerquote in diesem Jahr noch zu vertreten.

Das Klagen wird heute garantiert schon losgehen, sicherlich wird man die Jury angreifen, Frauen nominieren, gut und recht, aber bestimmt wird man Stimmen vernehmen, auch von Frauen, es seien die falschen Frauen nominiert worden. Nur einen Mann dieses Jahr dabei zu haben, auch dies wird übel genommen, da bin ich sicher, denn dieser, kann ja gar nicht der richtige sein, nicht wahr?

Schon sind diese fünf Bücher im Gespräch, genau das soll ja passieren und alle, die laut denjenigen, die es immer besser wissen, nicht nominiert sind, werden auch mal wieder genannt und erlangen Bekanntheit, wunderbar finde ich das, perfekt, es ist angerichtet das literarische Menu.

Da ich nun weiss, wie aufwendig Juryarbeit sich gestaltet und meine Erfahrung, die ich aus zwei verschiedenen Juryarbeiten gewonnen habe, mich sehr beeindruckt hat, kann ich der diesjährigen Jury nur noch weitaus mehr herzlich gratulieren zur Nomination 2019. 71 Werke wurden geprüft, eine immense, intensive Arbeit und Verantwortung lastet da auf der Jury, wie wertvoll das ist, kann man gar nicht in Worte fassen. Aber lesen, lesen kann man nun, sich einlassen auf fünf Werke, die es garantiert in sich haben, ich freue mich enorm auf das Lesen und alles Weitere.

Ich gratuliere allen fünf Nominierten herzlich, Gewinner und Gewinnerinnen sind sie ja alle jetzt schon!

Sibylle Berg / «GRM.Brainfuck» (Kiepenhauer & Witsch)

Simone Lappert / Der Sprung (Diogenes)

Tabea Steiner / Balg (edition bücherlese)

Alain Claude Sulzer / Unhaltbare Zustände (Galiani)

Ivna Ži / Die Nachkommende (Matthes & Seitz)

 

Die Jury 2019
Die fünfköpfige Jury hat aus den insgesamt 71 eingereichten Titeln eine Nominationsliste mit fünf Werken zusammengestellt. Aus dieser Nominationsliste bestimmt die Jury die Preisträgerin oder den Preisträger des Schweizer Buchpreises 2019. Die Entscheidung wird von der Jury schriftlich begründet. Die Mitglieder der Jury sind in ihrer Entscheidungsfindung unabhängig.

Die Mitglieder der Jury des Schweizer Buchpreises 2019 sind:
Daniel Graf (Kulturredakteur Republik, NEU)
Manfred Papst (Kulturredakteur «NZZ am Sonntag» und Jury-Sprecher)
Christine Richard (freie Kritikerin)
Monika Steiner (Buchhändlerin Münstergass Bern, NEU)
Susanne Sturzenegger (Freie Mitarbeiterin Literaturredaktion SRF)

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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